Schutz vor RSV: Neue Eltern-Broschüre
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RSV ist eine der häufigsten Ursachen für schwere Atemwegsinfektionen bei Babys. Eltern stehen heute erstmals mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, um Säuglinge frühzeitig zu unterstützen und das Risiko zu verringern. Eine neue, kostenlose Informationsbroschüre der GFCNI erklärt verständlich, welche Optionen es gibt und worauf Familien achten können.
Was ist RSV und warum sind Babys besonders gefährdet?
RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus. Es ist ein weit verbreitetes Atemwegsvirus, das vor allem bei Säuglingen schwere Infektionen der unteren Atemwege auslösen kann. In Österreich tritt RSV überwiegend in den Wintermonaten auf. Die RSV-Saison beginnt meist im Oktober und reicht bis ins Frühjahr, häufig bis März oder April.
Für ältere Kinder und Erwachsene verläuft eine RSV-Infektion oft mild. Bei Babys sieht das anders aus. Neugeborene haben ein noch unreifes Immunsystem sowie enge Atemwege. In den ersten Lebensmonaten kann RSV daher zu Bronchiolitis oder Lungenentzündung führen und nicht selten einen Spitalsaufenthalt notwendig machen. Besonders betroffen sind Frühgeborene, aber auch termingerecht geborene, gesunde Babys können einen schweren Verlauf haben.
Ein häufiger Infektionsherd ist der Familienalltag. Ältere Geschwisterkinder bringen RSV oft aus Kindergarten oder Schule mit nach Hause. Für Neugeborene reicht dann schon enger Kontakt, um sich anzustecken. Deshalb spielt der Schutz vor RSV-Erkrankungen der unteren Atemwege in den ersten Monaten eine besonders wichtige Rolle.
RSV-Prävention in Österreich im Überblick
Bis vor wenigen Jahren waren die Möglichkeiten zur RSV-Prävention in Österreich stark eingeschränkt. Über lange Zeit stand ein wirksamer Schutz nur für ausgewählte Hochrisiko-Kinder zur Verfügung. Für gesunde Neugeborene und Säuglinge gab es keine allgemeine Praventionsstrategie.
Mittlerweile stehen zwei Präventionsstrategien in Österreich zur Verfügung, mit dem Ziel Säuglinge in der besonders gefährdeten frühen Lebensphase besser vor schweren RSV-Verläufen zu schützen.
Konkret bedeutet das:
- Passive Immunisierung nach der Geburt: Das Neugeborene kann nach der Geburt einmalig Antikörper zur Prävention von RSV-Erkrankungen der unteren Atemwege erhalten. Diese bieten einen Schutz über die erste RSV-Saison hinweg. Diese Immunisierung ist kostenlos.
- Geburt zwischen Oktober und März:
Immunisierung direkt im Krankenhaus. - Geburt zwischen April und September:
Ab Oktober beim Kinderarzt im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen.
- Geburt zwischen Oktober und März:
- Impfung in der Schwangerschaft: Die werdende Mutter wird gegen RSV geimpft. Ihr Immunsystem bildet Antikörper, die über die Plazenta an das ungeborene Kind weitergegeben werden. Das Baby ist dadurch bereits ab der Geburt in den ersten Lebensmonaten geschützt. Diese Strategie ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn der Geburtstermin in die RSV-Saison (Oktober bis März) fällt und die Impfung spätestens zwei Wochen vor der Geburt erfolgt ist. In allen anderen Fällen – insbesondere bei Geburtsterminen von April bis September – ist die passive Immunisierung mit Beyfortus zu bevorzugen.
- Wichtig: Der Abstand zur ebenfalls in der Schwangerschaft empfohlenen Pertussis-Impfung sollte mindestens 2 Wochen betragen, wobei zuerst gegen Pertussis geimpft werden sollte. Beide Impfungen sollen spätestens 4 Wochen vor dem Geburtstermin erfolgen.
- Diese Option ist nicht im kostenfreien Kinderimpfprogramm enthalten und privat zu zahlen (ca. € 200–€ 300).
- Wichtig: Der Abstand zur ebenfalls in der Schwangerschaft empfohlenen Pertussis-Impfung sollte mindestens 2 Wochen betragen, wobei zuerst gegen Pertussis geimpft werden sollte. Beide Impfungen sollen spätestens 4 Wochen vor dem Geburtstermin erfolgen.
Welche Form der Immunisierung zum Einsatz kommt, hängt vom Zeitpunkt der Geburt, der RSV-Saison und der individuellen Situation ab. Für die passive Immunisierung des Säuglings gilt:
Info: Nur wenn dein Baby zwischen Oktober und März auf die Welt kommt und du dich als Schwangere bis spätestens 2 Wochen vor der Geburt impfen lässt, muss dein Kind nicht zusätzlich immunisiert werden. In allen anderen Fällen wird die Immunisierung des Säuglings empfohlen.
Kostenlose Info-Broschüre für Eltern
Wenn du dich fragst, wie gefährlich RSV für dein Baby wirklich ist oder woran du erkennst, dass ärztliche Hilfe nötig ist, kann dir die neue Elternbroschüre der GFCNI eine gute Orientierung geben. Die Global Foundation for the Care of Newborn Infants (GFCNI) ist ein internationales Netzwerk aus Elterninitiativen und medizinischen Fachpersonen, das sich weltweit für die Gesundheit und Versorgung von Neugeborenen einsetzt.
Die Broschüre erklärt verständlich typische Symptome, Warnzeichen und Schutzmöglichkeiten. Zusätzlich enthält sie praktische Tipps für den Alltag mit Baby - etwa zu Hygienemaßnahmen, Stillen, Umgang mit Besuchen oder Situationen, in denen du besser frühzeitig ärztlichen Rat einholst.
„Viele Eltern haben noch nie etwas von RSV gehört. Da aber fast jedes Kind bis zum Alter von zwei Jahren an RSV erkrankt, ist es gut, über dieses häufige Atemwegsvirus Bescheid zu wissen“, erklärt Silke Mader, Vorstandsvorsitzende und Mitbegründerin von GFCNI.
Hygienemaßnahmen im Alltag
Nicht jede Familie entscheidet sich für eine Immunisierung in der Schwangerschaft oder kann diese in Anspruch nehmen. Auch nach der Geburt kann der Schutz des Babys individuell geplant werden. Gerade in der Zeit bis zur passiven Immunisierung des Neugeborenen oder so lange Eltern diesen Schritt noch abwägen, gewinnen die richtigen Hygienemaßnahmen im Alltag besondere Bedeutung.
Das gilt vor allem für Familien mit mehreren Kindern. Ältere Geschwisterkinder bringen RSV häufig aus Kindergarten oder Schule mit nach Hause. Das Virus wird über Tröpfchen und direkten Kontakt übertragen, etwa durch Husten, Niesen oder gemeinsam genutzte Alltagsgegenstände. Für Neugeborene kann eine Ansteckung in den ersten Lebensmonaten schwer verlaufen.
Einfache Maßnahmen im Alltag:
- gründliches Händewaschen nach dem Nachhausekommen
- Abstand halten bei Erkältungssymptomen
- bewusster Umgang mit Küssen und engem Körperkontakt
- regelmäßiges Lüften von Wohnräumen
- Reinigen häufig berührter Oberflächen und Gegenstände
Diese Maßnahmen ersetzen keine Immunisierung, können aber helfen, das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren. Besonders wichtig sind sie, während der RSV-Saison in den Wintermonaten, wenn das Virus vermehrt zirkuliert und Säuglinge besonders gefährdet sind.
Egal, ob du dein Baby während der Schwangerschaft oder danach gegen RSV immunisieren lassen möchtest, ist eine frühzeitige und gut verständliche Beratung wichtig. Sie hilft dir dabei einzuordnen, welche Form der Immunisierung für deine Familie sinnvoll ist. Verlässliche Informationen zur RSV-Prävention bieten offizielle Stellen wie impfen.gv.at sowie persönliche Beratungsgespräche im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge oder beim Kinderarzt.
MAT-AT-2500996 - 2.0 - 05/2026
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