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„Kindheit“ ab 04. Mai in den österreichischen Kinos

All jenen die schon länger nicht mehr im Kino gewesen sind, können wir den Film „Kindheit“ von der norwegischen Regisseurin Margreth Olin wärmstens ans Herz legen. Es ist ein Dokumentarfilm für die ganze Familie, speziell aber für Eltern, die gerade in Erziehungsfragen den Blick über den Tellerrand nicht scheuen. „Kindheit“, das filmische Plädoyer für die Freiheit der Kinder, startet am 04. Mai in den heimischen Kinos.

Kindheit Filmstill - Junge trägt einen blauen Ast am Kopf im Wald

Das Spiel als „Arbeit“ der Kinder

Filmemacherin Margreth Olin ist dafür bekannt, den Blick fokussiert auf eine einzelne Gruppe der Gesellschaft zu richten. Für ihren aktuellen Dokumentarfilm „Kindheit“ hat sie Kinder im Alter von 1-7 Jahren ein Jahr lang begleitet. Mit ihrer Kamera war sie stille Teilnehmerin am Geschehen im Aurora Kindergarten. Wir dürfen die Mitglieder des „Club der Sechsjährigen“ dabei beobachten, wie sie gemeinsam Wald und Wiese erkunden, Ameisen kosten, Steckenpferde schnitzen und aus Naturmaterialien Fantasiefiguren bauen. Die Kinder erleben die Natur und den Wechsel der Jahreszeiten, sie lernen voneinander und bewältigen erste Konflikte. Im Film heißt es, dass Kinder keine andere Aufgabe haben, als zu spielen; das Spiel sei die einzige Arbeit der Kinder. Mindestens genauso wichtig wie das freie Spiel, erscheint auch das „geheime“ Spiel. Die Regisseurin ist davon überzeugt, dass es für jedes Kind eine verborgene Welt geben soll, die Erwachsenen nicht zugänglich ist. Im geheimen Spiel können sich Kinder ebenso entfalten wie im Miteinander. Fantasie und Kreativität werden dabei angeregt, auch werden sie motiviert, etwas Eigenes zu finden, den eigenen Weg zu gehen.

In der filmischen Inszenierung setzt Olin auf ruhige gelassene Aufnahmen, die das Geschehen wertfrei und mit der gebührenden Distanz einfangen. Der Zuschauer begegnet den Kindern auf Augenhöhe, die Regisseurin verzichtet auf Interviewsequenzen und Kommentare.

Alternative Erziehungskonzepte

Kinder, die nach ihren eigenen Regeln spielen und BetreuerInnen, die hauptsächlich begleiten und weniger im klassischen Sinn erziehen. Olin entführt ihr Publikum in eine Idylle, die jedoch nicht über die Botschaft der Filmemacherin hinwegtäuschen kann.

„Der Fokus auf Leistung und Wettbewerb in Schulen und Kindergärten wird immer stärker. Der Fokus, immer jüngeren Kindern akademisches Wissen anzueignen. Ich habe Angst davor, dass wir, als Eltern, als Gesellschaft, die Kinder selbst – in Gefahr sind ihre eigenen unterschiedlichen Persönlichkeiten und die von anderen zu verpassen, weil wir nicht anerkennen, dass jedes einzelne Kind individuelles Potenzial besitzt. KINDHEIT ist ein stiller Protest. Der Film zeigt einen Kindergarten, in dem Kinder in Frieden sein können, wo die Bäume ihnen beibringen, in ihrem eigenen Tempo zu wachsen.“, erläutert Margreth Olin.

„Kindheit“ möchte nicht belehren, sondern vielmehr eine Diskussion anregen. Wie behandeln wir Kindergartenkinder? Welche Erziehung lassen wir ihnen zukommen und wie lernen sie, stabile Beziehungen aufzubauen? Welche Erziehungsstile sind noch zeitgemäß? Der Film mit dem Originaltitel „Barndom“ wurde bereits auf der DOK Leipzig 2017, dem Tromsø International Film Festival 2017 und den Helsinki Documentary Film Festival 2018 gezeigt. Ab 04. Mai 2018 startet er auch in den österreichischen Kinos.

Originaltitel: Barndom, Produktionsland/-jahr: Norwegen 2017, Regie: Margreth Olin, Sprachfassung: OmU und Deutsche Fassung, Laufzeit: 90 Min

Kinostart, 04. Mai:

  • Wien 1070, Filmhaus Kino am Spittelberg,
  • Wien 1020, Actors Studio
  • St.Pölten, Cinema Paradiso
  • Steyr, City Kino
  • Linz, Moviemento
  • Wels, Programmkino
  • Innsbruck, Leokino
  • Graz, Filmzentrum im Rechbauer
  • Klagenfurt, Volkskino

Weitere Termine

  • 10.5. + 30.5. Baden, Cinema Paradiso
  • Ab 17.5. Bozen, Filmclub

Weitere Informationen zum Film finden sich auf www.kindheitderfilm.de

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