Bettys Blog

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Wochenendincentives für Multimamis

Monatelang verfolgte mich mein mir noch immer standhaft zur Seite stehender Göttergatte mit dezenten Sidekicks wie zum Beispiel: "Ich möchte nächste Woche den Keller aufräumen!". Ich bringe es gleich auf den Punkt. Genau genommen erwartet er von mir, dass ich mich seiner "ach, so sinnbringenden Tätigkeit" freudestrahlend anschließe. Nun, ich habe es noch nie geschafft, ihn mit "Ja Schatz, ich freu mich so, mit dir den Keller leerzukehren!" zu beglücken.

Warnschild Nach mehrmaliger "Vorwarnung" neigt er unaufgefordert - nämlich dann, wenn ich gerade versuche 40 kg Wäscheberge unter meine Domptur zu zwingen - dazu, im Keller "Hand an zu legen". Wut, Verzweiflung, Angst und sonst noch alle unmöglichen Gedanken steigen in mir hoch. Ich fühle mich ohnmächtig, ich könnte schreien (tue ich manchmal auch) und mein Lebensmut scheint am seidenen Faden zu hängen. Ich, ein "Fast -noch -Nachkriegskind", bin unter die Sammler gegangen. Dem lockenden Ruf meines Jagdinstinktes bin ich nach Kennenlernen meines mir Angetrauten nicht mehr gefolgt, um meinem Abendrotschimmernden völlig ergeben zu sein?? MHM??? Wie bitte??? Na ja, so ähnlich halt.

Und was habe ich jetzt davon? Er trägt mir meine mühevoll gesammelten Marmeladegläser, Wollreste, Eierkartons, Blumentöpfe und Spielsachen für die Enkelkinder mit mafioser Miene in den zur Abfuhr bereit stehenden Hänger oder wirft all die notwendigen kleinen Utensilien, die das Leben einer "auch noch Hausfrau" oder zumindest "Frau auch im Haus" so erotisch und glücklich machen, einfach weg.

Nicht genug, dass mir bei jeder hübschen Glasflasche, bei den zerbrochenen Fliesen, die noch zu einem traumhaften Mosaiktisch inspiriert hätten, und bei dem romantischen Tontopf, der nach einer Goldspray-Session noch kaiserliche Schwingungen in unser Heim gebracht hätte, mein Herz in fast 1000 Trümmer zu bersten droht, zu alledem ist der Täter meiner tiefen innerlichen Verletzungen auch noch mein Ehemann.

Stunden später finde ich mich wieder: Kopfüber in gelben Säcken, wühlend in Restmülltonnen und meine allerliebsten Schätze vom "Leichenanhänger" rettend. Wenn seine "Ich schmeiß alles weg-Sucht" beängstigende Ausmaße annimmt, komme ich manchmal nicht umhin, ihm anzudrohen, dass ich die Marmeladegläser -Sammelsucht in eine Latino-Sammelsucht verwandeln werde, sollte er nicht augenblicklich all meine wunderbaren, liebevoll in unser Haus integrierten Dinge, an ihrem Platz belassen.

Das ihn vulkanös-desaströse Gefahrenpotenial in spe lässt ihn innehalten. Diese Zeit nütze ich dann, um ihn auf den Sinn des Lebens aufmerksam zu machen: Der Satz: "Es ist doch völlig egal, was rund um uns ist, Hauptsache wir lieben uns... tütltütltütldü"?¦" und eine Einladung zum romantischen Abenddinner leiten einen Interessensschwenk ein, denn ein Mann von Welt kann doch seine Lust nicht im Entsorgen von Marmeladegläsern stillen.

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