Bettys Blog

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Papst Benedikt - Rückblick

Meine Freundin und ich standen Anfang August an einer kleinen Bar, die in ein Handelshaus in Mariazell integriert ist und nuckelten - erschöpft vom vorangegangen Kaufrausch - an unserem Glaserl leichten Weißen. Beim Zweiten, das uns die Besitzerin des Geschäftes "auf Haus" (Naturalienrabatt) einschenkte, erzählte sie uns von ihrem "Weckerlprojekt" für den Papst. Sie hatte zugesagt 2000 Stück Weckerl bunt belegt am Tag der Papstankunft um fünf Uhr früh bereitzustellen. Allerdings wusste sie noch nicht genau wie sie das auch bewältigten sollte.

Papst Benedikt Meiner großherzigen Freundin stolperte es blitzartig über die Lippen. Wir helfen Dir, gell Betty, das machen wir - Freundschaftsdienst!! Eigentlich wollte ich dem Menschengerangel beim Papstbesuch entkommen, das war somit hinfällig. Oder sollte ich sagen, nein ich helfe nicht mit!! Also beschloss ich gleich einen Teil der Familie als Arbeitstrupp mitzunehmen um Eindruck zum Thema Hilfsbereitschaft zu schinden. Versprochen wurde uns ein trockener Boden zum Schlafen, voraussichtlich auch im Kleiderlager zwischen Palmers-Büstenhaltern (zur Freude meines Mannes) und "Machoslips" (für die weibliche Fantasia). Ob man eine Matratze unter den Popo bekommen würde war nicht klar, da alle Betten im Ort und im Umland von Mariazell vermietet waren. Für alle Fälle orderte ich jedoch bei "meinen" Drei Hasen einen gemütlichen Tisch in der traditionellen Stube, für Samstag Abend, um entsprechend auf den Papstbesuch anstoßen und mich den herrlichen Speisen des Küchenchefs hingeben zu können.

Freitags 20 h war "Dienstantritt". Zwanzig Männer, Frauen und Kinder wurden im Schneiden, Belegen, Wickeln und "Einsackeln" von Weckerln (Brötchen) geschult und dann ging es los. Anfängliche Rhythmusfehler die durch Smalltalk und das "mit der Kirche ums Dorf fahren - Prinzip" verursacht wurden, waren nach einer Stunde ausgemerzt. Es wurde geschnitten, belegt, geschmiert, gezupft, gestapelt und in Plastik gerollt. Nach ca. drei Stunden war alles verpackt, unsere Fußsohlen brannten und die Ã?âlteren des Trupps zeigten einen "skoliösen" Rücken. Der anschließende Ausflug in die dorfeigene Brauerei transformierte die Schmerzen in höhere Lagen. (Einige berichteten von starken Kopfschmerzen am nächsten Morgen, andere brachten kein Wort über die Lippen, ihr Anblick gereichte zur "Freude"!!)

Am nächsten Tag, dem Tag des Papstbesuches, regnete es weiter als wollte der Himmel die Sünden der letzten 850 Jahre wegwaschen. Mir schien es, als hätte er es geschafft. Alles war friedlich und "gewaschen" in Mariazell. Die Alpenbäche garantierten frisches Wasser und verlockten zum Gedanken an eine neue Alpenquell-Abfüllanlage, die Dächer und Straßen blitzen vor Sauberkeit und Regenjacken waren restlos ausverkauft. Nachdem Papst Benedikt, etwas trockener als der Rest der Schäfchen, von dannen gezogen war, pilgerte ich mit meiner Familie und meiner lieben Freundin zum Abendmahl (und sicher nicht zum letzten) zu den Drei Hasen und ergab mich Wein, Speis .....und sehr viel später, in der privaten Jugendherberge dem "arhythmischen Geschnarch" meiner Mitbewohner. Bis zum nächsten Mal lieber Benedikt!

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