Bettys Blog

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Bedrohliches Fest

Wie in den letzten 10 Jahren meines Lebens rückte auch diesmal der Juli unbarmherzig im Kalender heran. Seit ich mir versehentlich einen ebenso jugendlichen wie potenten (3 Kinder in Eigenregie als Hochzeitsausstattung, während ich nur zwei leibliche, aber das dritte in einem Europa-Ethik-Abkommen mir schmerzlos angeeignet hatte) Mann eingehandelt hatte, mit meiner Unverbesserlichkeit, "Alles im Leben wäre machbar", ein mir unbewusst vorausgeeiltes Wissen mit dem quantenphysikalischen Hintergrund ok ok ok...

Meine eigen und biogezüchtete ("Ich kann Deine Dinkelleibchen nicht mehr sehen") Lebenskorrektur erscheint vor meinem dritten Auge und fährt mich unwirsch mit schäumenden Lippen an: Bitte Mam, wer soll den intellektuellen Wahnsinn da verstehen, die kennen Dich nicht,... und sogar ich, wo ich 24 Jahre meines Lebens durch einen "Eizellenreaktionsunfall" mein Leben mit Dir teilen musste, kann dir nur mehr in Bruchstücken folgen...

Pfff ... Ok Ok Ok, du hast ja so recht, also nochmal von vorne in kurzen Sätzen... Was ist mir da in den Sinn gekommen als ich meine Kinder versuchte kritisch zu erziehen ? Meine Knie sind schon völlig durchlöchert...

Geburtstag Es ist seit 10 jahren immer das Gleiche. Der Juli rückt bedrohlich heran. Früher war in meinem Umfeld nur meine Wenigkeit die in diesem Monat feierte und ich konnte mich, sofern ich wollte, den Vorbereitungen und der Feier meines Geburtstages lustvoll hingeben. Dies hat sich geändert seit ich versehentlich einen Mann mit drei Kindern (das war seine Hochzeitsausstattung) mein "eigen" nenne. Ich brachte zwei leibliche und ein drittes (schmerzfrei " in diesem Fall ließ ich gebären und nahm dieses wunderbare Geschöpf erst mit 15 Jahren unter meine Reservemutterflügel), das im Zuge der jugoslawischen Kriegswirren einige Jahre bei mir verbrachte, in die Ehe ein. Nun aber, bevor ich wieder mit Aladdins Teppich verbal davonrausche, zurück... In diesen letzten Jahre zeigte sich nun aufgrund der Gegebenheiten, dass im ersten Drittel des Monats einer meiner Söhne seinen Geburtstag gefeiert haben möchte. Meine Stieftochter pflegt ihren vom Mai in unserer Mitte in eben diesem Monat nachzufeiern und mein 2. Stiefsohn legt Wert darauf, seinen Jahrestag im zweiten Drittel des Julis zu zelebrieren. Nach drei Geburtstagstorten hatte ich erfahrungsgemäß die Nase, mit Geschenken suchen, packen und all die Familienfeiern inszenierend und/oder ertragend, voll und fiel nach dem 21. Juli meist in eine körperlich-geistige Depression, jedoch noch verzweifelnd signalisierend, dass ich jegliche festliche Intervention zur Ehrung meiner Person verweigern würde... (sonst wären sie ja gar nicht auf die Idee gekommen, dass ich Geburtstag habe). Nun, heuer packte mich aber schon anständig das schlechte Gewissen, dass ich meinen spektakulären Eintritt in diese Welt so dauerhaft ignorieren konnte. Es musste etwas getan werden. Doch der Gedanke daran ließ mir die Milch in den Brüsten zu Joghurt gerinnen "oh vergessen, diese Zeit ist ja vorbei" also ließ mir der Gedanke das Blut zu Eis gefrieren. Mit ach und weh entschloss ich mich dann zeitgerecht am Donnerstag Abend zu einem Minitelefonumruf, um einige mir nahestehenden Personen für den nächsten Tag einzuladen. Da diese Menschenkinder mich mittlerweile in meiner Ganzheit relativ erfasst haben, war es für sie nicht wirklich verwunderlich, ihre Einladung 24 Stunden vor dem besagten Termin zu erhalten. Genug Zeit um sich frisch zu machen und saubere Klamotten anzuziehen. Immerhin hatten 4 von 6 Informierten zugesagt.

So saßen wir nun gemütlich zusammen bei meinem Lieblingsitaliener Valerio in Sooss, der uns, leicht faltig angehauchter, lebens-skoliosetragender Runde, gleich Casanova, alle Ehrerbietung zukommen ließ, die halt so nötig ist, wenn man den 45. Geburtstag anvisiert. Für mich war es hipp genug und ich bedanke mich bei meinen flexiblen Freundinnen, die diesem unspektakulären Festerl und mir ihre Zeit gewidmet haben.

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Kommentar von andrea |

Mei Schnucki! Des hat mich aber jetzt gerührt. Ich hab deinen Artikel erst jetzt gelesen - geh, wie`st sagst: wir kennen dich ja! Allemal mach ma da jeden Blödsinn mit => Geburtstagfeiern etc. Hi! Hi! A Bussal von mir derweilen, gell.
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