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Hodenhochstand (Kryptorchismus)

Die Hoden des männlichen Ungeborenen entwickeln sich bereits im Mutterleib. Wenige Wochen vor der Geburt kommt es zu einem Längenwachstum der Samenstränge, damit die Hoden durch den Leistenkanal in den Hodensack wandern können. Nach einer Ruhephase bis zum Beginn der Pubertät wachsen sie aufgrund der männlichen Hormone und bilden Spermien.

Hodenhochstand Die Hoden liegen außerhalb des Bauchraumes im Hodensack, da die Samen nur gebildet werden wenn die Temperatur unterhalb der Körpertemperatur (37"°C) liegt. Bei einem Drittel der zu früh und bei 3 Prozent der reif geborenen Jungen ist die Wanderung der Hoden vom Bauchraum in den Hodensack noch nicht vollständig abgeschlossen. Der Arzt kontrolliert bei den Neugeborenen die Lage der Hoden und bei Verdacht auf mangelnde Reifung werden regelmäßige Kontrollen durch den Arzt empfohlen und durchgeführt, da am Ende des ersten Lebensjahres noch ca. ein Prozent der männlichen Kleinkinder einen Hodenhochstand zeigt.

Selbstuntersuchung

Beim vorsichtigen Abtasten der Hoden zeigt sich, dass der linke Hoden meist tiefer als der rechte liegt. Ein leerer Hodensack weist auf einen Hodenhochstand hin. Dieser kann in verschiedenen Varianten auftreten:

  • Bei einem Pendelhoden befindet sich der Hoden zwischen Leistenkanal und Hodensack oder er befindet sich im Leistenkanal und lässt sich in den Hodensack verschieben. Bei Kälte ist der Hoden im Leistenkanal, bei Wärme (z.B. im Bett oder in der Badewanne) im Hodensack.
  • Leistenhoden zeigen sich ein- oder beidseitig und liegen in den Leisten. Die Hoden können nicht in den Hodensack vorgeschoben werden.
  • Bauchhoden sind nicht mit der Hand zu tasten. Hier ist eine Ultraschalluntersuchung im Bauchraum durchzuführen um eine Diagnose zu erhalten.
  • Gleithoden lassen sich durch sanften Druck in den Hodensack schieben, nehmen aber nach dem Loslassen wieder ihre ursprüngliche Position im Leistenkanal ein, da der Samenstrang zu kurz ist.
  • Fehlende Hodenanlage (Anorchie) sind als Organ nicht angelegt.


Hoden die nicht vollständig gereift sind und nicht im Hoden liegen, können ab der Pubertät keine fortpflanzungsfähigen Samen produzieren. Um eine normale Entwicklung der Hoden zu gewährleisten und Folgeschäden zu minimieren muss der Hodenhochstand (ausgenommen ist der Pendelhoden) bis zum achtzehnten Lebensmonat behandelt werden.

Wenn die Behandlung zu spät einsetzt treten folgende Probleme vermehrt auf:

  • Unfruchtbarkeit bei 2/3 der Betroffenen
  • Hodenkrebs mit 20 bis 40% Häufigkeit
  • Hodentorsion, das ist eine schraubenförmige Drehung des Samenstrangbündels und des Hodens um seine Längsachse.
  • Leistenbruch, durch den offenen Leistenkanal

Eine regelmäßige Kontrolle des Kleinkindes durch den Kinderarzt ist aus diesen Gründen empfohlen.

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