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Fahrkarte als Babysitter

Die Bahngesellschaft Odakyu bietet Eltern in Tokio die Möglichkeit, über den Aufenthaltsort ihrer Kinder auf dem Weg zur Schule informiert zu werden. Mit einer Monatskarte, die bei Ein- und Ausstiegsstellen in Stationen ausgelesen wird, erhalten Eltern eine SMS-Nachricht, wo sich die Kinder auf dem Weg durch die öffentlichen Verkehrsmittel befinden.

Das Tracking (=elektronische Erfassen) der Karten erfolgt an elektronisch gescannten Durchgangstüren oder Drehkreuzen und soll Eltern darüber informieren, ob Ihre Kinder tatsächlich an den am Weg liegenden Stationen vorbeigekommen sind.

Ein Projektleiter betont, dass es sich bei diesem System nicht um Überwachung handelt: "Wenn die Mutter zum Beispiel einkaufen gegangen ist und erfährt, dass ihr Kind auf dem Heimweg ist, kann sie sich beeilen, um gleichzeitig nach Hause zu kommen." Generell hat Japan ein sehr niedrige Kriminalitätsrate, doch einige wenige Fälle von Kindesentführung und deren mediale Aufbereitung haben in Japan ein Augenmerk auf dieses Thema gelegt.

Auch wenn solche Geschäftsmodelle für Europa ungewöhnlich erscheinen, so haben in Tokio nach einem ersten Test 98% von 2.000 Eltern diese Maßnahme als beruhigend angesehen. Das Modell soll vor allem auf Kinder in der Grundschule angewandt werden, Gymnasiasten müssen allerdings im Vorfeld um Ihre Zustimmung gebeten werden.


Bildquelle: people Tokyo underground train | Fotograf: Andy Weisner | CC icon Some Rights Reserved

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