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Öle in der Schwangerschaft

Im Zuge einer Schwangerschaft ändern sich auch die Pflegebedürfnisse der Haut. Zahlreiche Hormone sorgen nämlich nicht nur dafür, dass der Embryo gesund im Bauch heranwächst, sondern beeinflussen auch das Erscheinungsbild der Haut. Spätestens wenn sie sich dann dehnen muss, um dem Baby Platz zu machen, bedarf es einer liebevollen Pflege. Sowohl in der Hebammenpraxis als auch in der Heimanwendung haben sich Öle bewährt: sie nähren das beanspruchte Gewebe, kräftigen die oberen Hautschichten und wirken direkt auf das zentrale Nervensystem ein.

Aromatherapie

Auf Entbindungstationen und in der täglichen Hebammenhilfe ist die Aromatherapie nicht mehr wegzudenken. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren der Naturheilkunde. Pflanzenextrakte und Destillate, die beispielsweise aus Blüten gewonnen werden, kommen dabei zum Einsatz – meist in Verbindung mit hochwertigen Ölen. Die ätherischen Ölmischungen finden Anwendung in der Massage, als Zusatz im Badewasser oder auch in Duftlämpchen/auf Duftsäckchen.

In den ersten Schwangerschaftswochen wird Aromatherapie jedoch nicht eingesetzt, da gewisse Öle auch negativ auf den wachsenden Embryo wirken können. Wie die Natur es so will, sind Schwangere in dieser Zeit aber besonders geruchsempfindlich, so dass eine Öltherapie ohnehin nicht in Frage käme.

Massagen mit ätherischen Ölen helfen im Laufe der Schwangerschaft bei zahlreichen Beschwerden: sie lindern Rücken- oder Kopfschmerzen (Zitrone, Grapefruit), wirken entspannend und stimmungsaufhellend (Zitrone, Lavendel, Rose) oder unterstützen bei konkreten Problemen z.B. Krampfadern.

Vorbeugung von Dehnungsstreifen

Wenngleich sie keine gesundheitlichen Beschwerden verursachen, zählen Schwangerschaftsstreifen zu den häufigsten Schwangerschaftsleiden. Etwa 80% aller Schwangeren plagen sich mit den lästigen Streifen – manche schon während der Schwangerschaft, manche erst nachdem sie entbunden haben. Dehnt sich die Haut in kurzer Zeit sehr stark, strapaziert dies das Bindegewebe. Je nach Alter und genetischer Veranlagung kann das Einrisse in den oberen Hautschichten zur Folge haben. In der Schwangerschaft dehnt sich die Haut am Bauch aus, schließlich benötigt das Baby im Laufe der Monate immer mehr Platz. Dehnungsstreifen können aber auch an anderen Stellen entstehen, beispielsweise an den Brüsten, an den Oberschenkeln oder am Po. Nimmt eine Frau während der Schwangerschaft zusätzlich schnell zu, muss sich die Haut noch mehr dehnen.

Patentrezept gegen Schwangerschaftsstreifen gibt es leider (noch) keines. Das liegt vielleicht auch daran, dass sich Forscher bis dato uneinig sind, warum manche Frauen Dehnungsstreifen bekommen und andere wiederum nicht. Fest steht jedoch, dass jede Schwangere vorbeugen kann. Kreisende Massagen und/oder Zupfmassagen mit Öl, unterstützen das Bindegewebe und sorgen für Elastizität. Je früher Schwangere mit der entsprechenden Pflege beginnen, desto besser stehen die Chancen auf Erfolg.

Hebammen empfehlen, naturbelassene Öle zu verwenden, die auf unnötige Duft- und Konservierungsstoffe verzichten. Auch beim Geruch sind die Geschmäcker verschieden – gerade während der Schwangerschaft reagieren manche Frauen stark auf bestimmte Düfte/Essenzen. Einige Apotheken führen fertige Ölmischungen, ebenfalls gibt es zahlreiche Hersteller, die Massageöle für Schwangere anbieten. Wer möchte, kann natürlich auch auf eine selbst gemachte Ölmischung zurückgreifen. Zu beachten sind dabei allerdings die Haltbarkeit und die (bestmögliche) Qualität der verwendeten Öle.

Wird der Partner in die Pflege eingebunden, kann sich daraus ein schönes Ritual für die Schwangerschaft entwickeln. Auch der werdende Papa profitiert, da er auf diesem Weg schon ein wenig mit dem Ungeborenen in Berührung kommt und eine Bindung aufbauen kann.

Dammmassageöl

Irgendwann im Rahmen der Geburtsvorbereitung wird der Damm zum Thema. Der Damm, auch Perineum genannt, ist ein wichtiger Teil des menschlichen Beckenbodens, mit dem wir uns normalerweise nicht beschäftigen. Während der Geburt kommt dem Abschnitt zwischen After und dem hinteren Teil der Schamlippen (Schamspaltenwinkel), jedoch eine tragende Rolle zu. Der Damm muss nämlich die enormen Kräfte aushalten, die auf den Beckenboden einwirken, wenn ein Kind das Licht der Welt erblickt. Im Laufe des Geburtsvorganges muss er sich langsam dehnen, damit das Köpfchen des Kindes austreten kann. Vor allem in der Austreibungsphase ist der Druck auf den Unterleib besonders groß, weil der Kopf des Kindes extrem auf diesen Bereich drückt. Verstärkt wird das Ganze dadurch, dass Gebärende zu diesem Zeitpunkt pressen dürfen, wodurch noch mehr Druck entsteht.

In Kliniken wird zur Entlastung des Dammes häufig ein so genannter Dammschnitt vorgenommen, der nach der Geburt vernäht wird. Hebammen befürworten hingegen ein natürliches Einreißen des Gewebes, das es sich dabei häufig um kleinere Risse handelt, die gut versorgt werden können und auch schneller von selbst abheilen.

Ob der Damm tatsächlich Geburtsverletzungen davon trägt, lässt sich im Vorfeld nicht prognostizieren. Es empfiehlt sich jedoch, das Gewebe gezielt auf die Geburt vorzubereiten. Schwangere können den Damm selbst massieren. Bester Zeitpunkt, um mit der Massage zu beginnen, ist die 34. Schwangerschaftswoche. Mit zwei Massageeinheiten á 5-10 Minuten pro Tag lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang das richtige Massageöl. Es macht den Dammbereich weich, fördert die Elastizität und unterstützt die Dehnbarkeit. Als Öle der Wahl gelten Weizenkeimöl, Mandelöl oder Jojobaöl (idealerweise natürlichen Ursprungs). Manche Hersteller bieten mittlerweile auch fertige Ölmischungen an, die auf die Dammmassage abgestimmt sind. Wer sich sein Massageöl selbst mischen möchte, der sollte bei den Ölen auf einen möglichst hohen Vitamin E Gehalt achten. Vitamin E sorgt für Elastizität und Geschmeidigkeit.

Wehentätigkeit

Vor allem jene Öle, die in der Aromatherapie zum Einsatz kommen, haben mitunter eine sehr starke Wirkung. Während man in den ersten Schwangerschaftsmonaten diesbezüglich ein wenig Vorsicht walten lassen sollte, kann man die Effekte gewisser Substanzen gegen Ende der Schwangerschaft durchaus nutzen. So genannte Uterusöle wirken auf die Gebärmutter und können die Wehentätigkeit anregen. Sie enthalten normalerweise Extrakte aus Nelken, Ingwer, Zimt oder Muskatellersalbei. Die Anwendung sollte nur nach Absprache mit der betreuenden Hebamme durchgeführt werden. Eine Massage mit wehenwirksamen Ölen kann auch dann zielführend sein, wenn der errechnete Geburtstermin schon überschritten, oder die Wehen während der Geburt ins Stocken geraten.

Hinweise zur Anwendung

Öle und Ölmischungen eignen sich gut für den Hausgebrauch und sind aus der Schwangerschaftspflege nicht mehr wegzudenken. Wer Pflege- oder ätherische Öle verwenden möchte, sollte jedoch immer mit der Hebamme oder dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin Rücksprache halten. Manchmal reagiert die Haut während der Schwangerschaft empfindlicher auf gewisse Inhaltsstoffe und Düfte. Vor allem in der Aromatherapie ist Vorsicht geboten. Manche Öle wirken ähnlich wie Hormone, sie können zum Teil Wehen auslösen oder im ersten Schwangerschaftsdrittel die Entwicklung des Embryos negativ beeinflussen. Hebammen verfügen normalerweise über einen hohen Erfahrungsschatz im Umgang mit (ätherischen) Ölen, sie wissen genau welches Öl in welcher Phase der Schwangerschaft positiv wirkt.

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