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Natürliche Geburtsvorbereitung

Nach etwa 40 Wochen wird es für den Nachwuchs Zeit, die wohlig-warme Bauchhöhle seiner Mutter zu verlassen und die Welt kennenzulernen. Auch werdende Mütter sehnen den Zeitpunkt der Geburt gegen Ende der Schwangerschaft schon regelrecht herbei. Denn für viele heißt es dann nur mehr: bitte warten.

Schwangere Frau liegt im Gras

Schließlich sind die letzten Vorbereitungen für die Ankunft des neuen Familienmitgliedes längst getroffen, die Kliniktasche gepackt und die Wochenbettbetreuung organisiert. Hebammen empfehlen nun auch den Körper selbst auf die Geburt vorzubereiten. Bestimmte Atemtechniken lernt man im Selbststudium oder gemeinsam mit dem Partner im Geburtsvorbereitungskurs. Darüberhinaus gibt es jedoch auch noch einiges, dass Schwangere in den letzten Wochen vor der Geburt tun können, um den Organismus auf das bevorstehende Ereignis einzustimmen.

Der richtige Zeitpunkt

Ob „Klassiker“ wie Himbeerblättertee oder Techniken der traditionellen chinesischen Medizin (Akupunktur) – geburtsvorbereitende Maßnahmen entfalten ihre positive Wirkung, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden. Wann tatsächlich damit begonnen wird, hängt von Intensität und Wirkungsweise der jeweiligen Methode ab.

Grundsätzlich gilt: Maßnahmen, die aktiv zum Geburtsbeginn beitragen können, werden erst ab der 36. Schwangerschaftswoche empfohlen. Dann ist der Nachwuchs im Regelfall ausgereift und meist auch kräftig genug, um mit wenig Unterstützung oder auch schon selbstständig außerhalb des Mutterleibs zu überleben. Sanfte Methoden der Geburtsvorbereitung, die ihre Wirkung nachhaltig entfalten, können durchaus schon ab der 34. Woche zur Anwendung kommen.

Unabhängig davon für welche Maßnahme sie sich interessieren, Schwangere sollten stets Rücksprache mit ihrer Hebamme oder mit dem betreuenden Arzt/der betreuenden Ärztin halten. Von Experimenten und Selbstversuchen ist abzuraten. Vorsicht ist auch dann geboten, wenn die Schwangerschaft nicht komplikationsfrei verläuft (z.B. frühzeitige Wehentätigkeit, Infektionen) oder es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt. Unter Umständen müssen Schwangere in solchen Fällen auf gewisse geburtsvorbereitende Maßnahmen verzichten.

Zu Bedenken gilt es auch, dass die Geburt nach wie vor ein natürliches Ereignis ist, das nicht bis ins Detail geplant werden kann. Wer seinen Körper also darauf vorbereitet, sollte sich dessen bewusst sein, dass getroffene Maßnahmen keine Garantie für eine komplikationsfreie oder schmerzfreie Entbindung sind. Sie können dem Körper jedoch die Richtung weisen und einen guten Gesundheitszustand sowie allgemeines Wohlbefinden herbeiführen. Aus beidem ergeben sich positive Rahmenbedingungen für eine Geburt.

Himbeerblättertee

Die Blätter der Himbeere sind wahre Allrounder in der Gynäkologie und in der Geburtshilfe. Sie wirken positiv auf die gesamte Muskulatur des Unterleibs und im speziellen auf die Gebärmutter. Außerdem helfen sie dabei, das kleine Becken aufzulockern und geschmeidiger zu machen.  Darüberhinaus wird den Himbeerblättern eine entschlackende und stoffwechselnde Wirkung zu geschrieben. Sie regen die Darmtätigkeit an – ein Umstand, der besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel von vielen Frauen begrüßt wird. Nach Absprache mit der Hebamme kann der Tee ab der 34. Schwangerschaftswoche getrunken werden. Empfohlen werden normalerweise 2-3 Tassen pro Tag also ungefähr 0,5 – 0,75 Liter. Himbeerblätter sind im Reformhaus oder in der Apotheke erhältlich.

Sitzdampfbad mit Heublumen

Heublumensitzdampfbäder lockern den Beckenboden und bereiten insbesondere den Damm auf die Geburt vor. Die Kombination von warmen Wasserdampf und den Extrakten der Heublume wirkt durchblutungsfördernd, das wiederum steigert die Elastizität des Dammgewebes. Und so funktioniert es: eine Handvoll getrocknete Heublumen (aus der Apotheke) in einen Topf geben und mit heißem Wasser übergießen. Den Topf in ein Bidet oder ins WC stellen und sich für ca. 10-15 Minuten darüber setzen. Mit der Anwendung kann ab der 35. Woche begonnen werden, sie wird 2-3 Mal wöchentlich wiederholt. Wer möchte, kann das Dampfsitzbad rund um den Geburtstermin täglich machen.

Leinsamen

Der Samen des Flachses, ein bewährtes Mittel der Naturheilkunde, wirkt auch in der Geburtsvorbereitung. Ab der 35. Schwangerschaftswoche sollten Frauen täglich einen Esslöffel geschroteten Leinsamen zu sich nehmen z.B. in ein Müsli oder ein Joghurt eingerührt. Er regt die Verdauung auf natürliche Art und Weise an. Außerdem fördert er die Produktion von vaginalem Schleimsekret, das erleichtert dem Kind den Weg durch den Geburtskanal.

Dammmassage

Wer möchte, kann seinen Damm auch durch eine spezielle Massage auf die Geburt vorbereiten. Mit der Massage wird 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin begonnen, sie sollte ab diesem Zeitpunkt regelmäßig durchgeführt werden. Ziel ist es, die Durchblutung des Dammgewebes zu fördern und es geschmeidiger zu machen. Für die Massage an sich benötigt man ein wenig Zeit, Übung und ein Massageöl z.B. Weizenkeimöl oder ein fertiges Dammmassageöl. Zuerst wird ein Daumen (später beide Daumen) in die Scheide eingeführt, um anschließend durch kreisförmige Bewegungen einen leichten Druck auf den Damm Richtung After aufzubauen. So entwickeln Frauen einerseits ein Gefühl für diesen sehr sensiblen Bereich, andererseits dehnen sie das Dammgewebe und bereiten es so auf das Durchtreten des Köpfchens in der Austreibungsphase vor.

Akupunktur

Geburtsvorbereitende Akupunktur wird ab der 36. Schwangerschaftswoche empfohlen. Dabei wird durch die Punktion von bestimmten Körperstellen mit ganz dünnen Nadeln einerseits der allgemeine Entspannungszustand der Schwangeren erhöht, andererseits die Reifung des Muttermundes begünstigt. Dadurch kann sich die Dauer der Eröffnungsphase um bis zu 2 Stunden verkürzen. Außerdem wird die Schwangere in ihrem Gesamtzustand gestärkt. Akupunktur zur Geburtsvorbereitung wird von Hebammen mit Zusatzausbildung, in Krankenhäusern oder von TCM-ÄrztInnen angeboten. Ab der 36. Schwangerschaftswoche wird ein Behandlungsintervall von 1 Mal pro Woche empfohlen, eine Sitzung dauert zwischen 20 und 30 Minuten.

Entspannungs- und Atemtechniken

Im Rahmen der Geburtsvorbereitung gibt es zahlreiche Atemtechniken, die Schwangere erlernen, um sich selbst in einen Entspannungszustand zu bringen. Richtiges Atmen hilft außerdem dabei, Wehen besser bewältigen zu können. Wer also darauf trainiert ist, sich zu entspannen und alles andere auszublenden, der kann auch in den Wehenpausen schneller Kraft tanken. In den letzten Wochen vor der Geburt sollten erlernte Entspannungs- und Atemtechniken wiederholt und gegebenenfalls intensiviert werden. Die Übungen können durch bestimmte Visualisierungen (z.B. aus dem Hypnobirthing) ergänzt werden – dies hilft dabei, sich auch mental auf die Geburt vorzubereiten.

Homöopathie

Natürlich stehen auch in der Homöopathie zahlreiche Arzneimittel zur Verfügung, die der werdenden Mutter dabei helfen, Körper und Geist auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten. Besonders häufig kommen Pulsatilla (Küchenschelle) und Caulophyllum (Blauer Hahnenfuß) zum Einsatz. Beide wirken auf körperlicher und seelischer Ebene z.B. wenn es der werdenden Mutter emotionale Probleme bereitet, das Kind „loszulassen“, sie unter starken Stimmungsschwankungen leidet oder der Muttermund zum errechneten Geburtstermin noch keine Reifeanzeichen zeigt. Homöopathische Arzneimittel müssen stets individuell verordnet und verabreicht werden, da nicht jede Substanz bei jeder Schwangeren gleichermaßen gut wirkt. Hebammen verfügen häufig über eine entsprechende Zusatzausbildung.

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