(Kommentare: 0)

Internetfilter für Kinder und Jugendliche nicht zuverlässig

Die meisten Browser verfügen heutzutage über die Möglichkeit der Aktivierung einer Kindersicherung, um Internetseiten mit pornografischen Inhalten oder Gewaltdarstellungen automatisch abzublocken. Das Computermagazin c't veröffentlichte in der aktuellen Ausgabe 08/2007 jedoch einen Test, der den Filtersystemen nur teilweise eine gute Note beschert.

Vorhängeschloss und At-Zeichen
Die Anbieter von Browsern versuchen mit einer Reihe von Strategien den unerwünschten Content herauszufiltern. Zum einen setzt man hier auf so genannte "Whitelists". Whitelists können in Browserprogrammen von Eltern angelegt werden und beeinhalten eine Liste von Webseiten, die von den Kindern besucht werden dürfen. Alle anderen Webseiten sind dann nicht erreichbar. Eine weitere Methodik sind "Blacklists", eine Liste von ausgeschlossenen Webseiten, die zumeist vom Anbieter der Browsersoftware erstellt wurde. Zusätzlich werden auch Wortfilter eingesetzt, um Seiten, die beispielsweise Begriffe wie Porno, Nackt, Sex, XXX, etc. beeinhalten, auszuschließen. Im Test der Fachzeitschrift erwiesen sich letztere beiden Methoden aber als lückenhaft und schlossen zum Teil auch für Kinder relevante Aufklärungswebseiten vom Besuch aus. Die Pornowebseiten waren teilweise mit Programmierungen versehen, um Blacklist- und Wortfiltern auszuweichen.

Einzig eine Extrasoftware für Kunden des deutschen Internetanbieters T-Online vermochte neben dem Programm Net Nanny einen großen Teil der Webseiten für Kinder unerreichbar zu machen. Auch das aktuelle Windows Vista verfügt über ein integriertes Kinderschutzsystem, das sich aber im Test als einfach umgehbar herausstellte.

Grundsätzlich ist keine installierte oder in Browsersoftware integrierte Kindersicherung eine Versicherung, dass nicht kinder- und jugendgerechte Webseiten angesurft werden können. Manche halten jedoch, je nach angewandter Software, mehr oder weniger der problematischen Inhalte zurück. c't-Redakteur Alex Kossel meint dazu auch in der Printausgabe: "Die Filtersysteme können die Eltern darin unterstützen, ihre Kinder vor schädigenden Inhalten zu schützen. Sie können ihnen aber nicht die Verantwortung abnehmen, ihren Kindern Medienkompetenz zu vermitteln."


Link: www.heise.de/ct/ - Zur Webseite des Magazins c't

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Melde dich zu unserem monatlichen Newsletter an!