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Gesunde Schuljause

Die richtige Ernährung ist nicht nur für Erwachsene, sondern vor allem auch für Kinder ein wichtiges Thema. Wenngleich sich Familien gesünder ernähren, als manche ErnährungsforscherInnen annehmen, gibt es dennoch viele Bereiche in denen Aufholbedarf herrscht.

Bild einer Lunchbox mit Sandwich und grünen Weintrauben

Seit einigen Jahren gerät die Schuljause immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit. Das österreichische Gesundheitsministerium und die Sozialversicherungen versuchen es diesbezüglich mit Aufklärungsarbeit aber auch mit konkreten Tipps. Vielen Eltern ist beispielsweise gar nicht bewusst, dass so genannte „Kinderprodukte“ wahre Fett- und Zuckerbomben sind. Anderen fehlt die zündende Idee, wie sie Obst und Gemüse für den Nachwuchs schmackhaft machen können. Grundsätzlich gilt: je mehr Eltern über gesunde Ernährung wissen, desto leichter wird es ihnen fallen, einen kindertauglichen aber abwechslungsreichen Speiseplan durchzusetzen.

Problemzone Übergewicht

Erwachsene und Kinder haben eine weitere, nicht sehr erfreuliche, Gemeinsamkeit: die Neigung zu Übergewicht. Der österreichische Ernährungsbericht zeigte für das Jahr 2012 eine deutliche Zunahme von Übergewicht und Adipositas bei Schulkindern im Alter von 7-14 Jahren. Im Vergleich zu 2008 stiegen Übergewicht und Fettleibigkeit in der Gruppe der Mädchen von 10% auf 16%, bei den Jungen von 12% auf 17% an. Für viele ErnährungsexpertInnen ist dieses Ergebnis erschreckend aber nicht sehr überraschend. Sie warnen bereits seit Jahren vor den zahlreichen körperlichen als auch seelischen Folgen kindlichen Übergewichts. Auf physischer Ebene neigen übergewichtige Kinder eher zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. Außerdem besteht die Gefahr, auch im Erwachsenenalter an Adipositas zu erkranken. Mit dem Ansteigen des Gewichts, nehmen auch die sozialen Probleme zu. Viele übergewichtige Kinder fühlen sich nicht mehr wohl in ihrer Haut und schämen sich z.B. im Turnunterricht. Nicht selten werden sie von anderen Kindern ausgegrenzt oder von ihren MitschülerInnen verspottet.

Dass gesundheitsgefährdendes Übergewicht mittlerweile so viele Kinder im Schulalter betrifft, dafür haben ExpertInnen unterschiedliche Erklärungen. Die zwei Hauptursachen sind jedoch schnell identifiziert: fehlende Bewegung und schlechte Ernährung. Vor allem im urbanen Raum ist es für Kinder schwierig, ausreichend Grünflächen zu finden, auf denen sie sich frei bewegen, spielen und herumtoben können. Abhängig von der Ernährung der Eltern weist auch der kindliche Speiseplan zahlreiche Mängel auf. Cola und Softdrinks sind bei Kindern besonders beliebt, enthalten jedoch Unmengen an Zucker. Das Gleiche gilt für schnelle Snacks, die hauptsächlich aus Fett und Zucker bestehen oder Geschmacksverstärker und zu viel Salz (z.B. Knabbergebäck) beinhalten.

Nicht ohne Frühstück

Eine Gesundheitsstudie der WHO hat gezeigt, dass Österreichs Schülerinnen und Schüler echte Frühstücksmuffel sind. Vor allem unter der Woche verlassen sie das Haus häufig, ohne etwas gegessen oder getrunken zu haben. Wer seinen Schultag jedoch ohne Frühstück startet, der kämpft spätestens am Vormittag mit einem Energietief. Konzentrationsschwierigkeiten und Leistungsabfall sind die Folge. Zusätzlich meldet sich ein unglaublicher Heißhunger, der dann am Schulbuffet gestillt wird. Die schnelle Jause zwischendurch besteht in der Regel jedoch nicht aus Vollkornprodukten und Obst/Gemüse, sondern aus jenen Lebensmitteln, die den Blutzucker kurzfristig zwar schnell ansteigen lassen, langfristig jedoch „wertlos“ sind. Dazu zählen die berühmte Wurstsemmel, süßes Gebäck, Pizzaschnitten und Leberkäse. Für den zusätzlichen Energie-Kick sorgen Energydrinks, koffeinhaltige Getränke oder Softdrinks.

Gesunde Ernährung sieht anders aus. Es ist daher die Aufgabe der Eltern, das Frühstück als erste wichtige Mahlzeit des Tages im Familienleben zu verankern. Das bedeutet natürlich, dafür auch mehr Zeit einzuplanen – selbst rechtzeitig aufzustehen und die Kinder ein wenig früher zu wecken. Tipp: je bunter und ansprechender der Frühstückstisch ist, desto größer wird der Anreiz für die Kleinsten zuzugreifen. Frisch gepresste Fruchtsäfte, bunte Sticks oder Scheiben aus Gemüse, gesunde Aufstriche dekoriert mit Kräutern oder fantasievolle  Frucht-Müsli-Mischungen überzeugen auch den letzten Morgenmuffel. Ab und zu darf es dann auch gerne einmal ein Kakao oder ein mürbes Kipferl sein. Wenn es Eltern rein gar nicht gelingt, den Nachwuchs zu einem Frühstück zu überreden, sollten sie zumindest darauf achten, dass er/sie das Haus nicht ohne Getränk (ungesüßter Früchtetee, verdünnte Obstsäfte) verlässt.

Initiative: Unser Schulbuffet

Umstritten ist mittlerweile auch das Angebot an den Schulbuffets. Nur ein geringer Teil der BetreiberInnen, bietet den SchülerInnen eine Auswahl an gesunden Snacks, belegten Vollkornbrötchen, Obst, Gemüse und ungesüßten Säften. Wurstsemmeln, Süßigkeiten und Co. zählen immer noch zum Standard-Repertoire heimischer Schulbuffets. Das wirkt sich nachteilig auf das Ernährungsbewusstsein von Kinder und Jugendlichen aus. Einerseits lernen sie nicht, dass eine gesunde Jause auch schmackhaft und sättigend sein kann. Andererseits sind sie in ihrer Wahl stark eingeschränkt. Selbst wenn sie gerne etwas Gesundes essen würden, müssen sie sich dennoch mit Pizzaschnitte und Leberkäsesemmel zufrieden geben.

Für ein Umdenken bei den BuffetbetreiberInnen machen sich seit 2012 mobile Beratungsteams des Gesundheitsministeriums stark. Sie analysieren vor Ort, wie es am besten gelingen kann, gesunde Snacks in das Angebot zu integrieren. Bisher wurde die Initiative von 20% aller Schulbuffets an österreichischen Schulen in Anspruch genommen.

Nahrung fürs Gehirn

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der kümmert sich selbst um die Bereitstellung einer gesunden Schuljause. Sie sollte gewisse Nährstoffe, Vitamine und wertvolle Kohlehydrate enthalten. Sie sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel und somit das Konzentrationslevel konstant bleibt. Eine Jause aus folgenden Bestandteilen unterstützt kluge Köpfchen optimal:

  • Brot oder Gebäck aus Vollkorn- oder Dinkelmehl.
  • Für den Belag: Käse, Schinken, Gemüse nach Belieben (Salat, Gurkenscheiben, Rotkraut in feinen Streifen) und/oder ein gekochtes Ei. Topfenaufstriche, körniger Frischkäse und Aufstriche aus Bohnen, Soja, Linsen oder Gemüse sind ebenfalls gut geeignet.
  • Als Knabberei kann man Nüsse (z.B. Walnüsse, Macadamianüsse), Samen oder Kerne  (z.B. Kürbiskerne) einplanen.
  • Obst und Gemüse dürfen in der Jausendose ebenfalls nicht fehlen. Tipp: Tomaten, Gurke, Paprika, Radieschen und Co. immer in mundgerechte Stücke schneiden (Scheiben, Sticks), eventuell lustige Formen ausstechen. Das Gleiche gilt für das Jausenobst.
  • Als Abwechslung zum klassischen Pausenbrot können Eltern auch Wraps oder Fladenbrote belegen. Diese werden mit Schinken, Käse oder gekochtem Hühnerfleisch und Gemüse gefüllt und anschließend handlich eingerollt.
  • Ein ungezuckertes, selbst gemachtes Müsli bestehend aus Haferflocken, Cerealien, Früchten und Nüssen ist vor allem für Frühstücksverweigerer ideal.
  • Milchprodukte sind wichtige Kalziumlieferanten und sollten in Form von Joghurts (möglichst ungesüßt), Buttermilch oder kleinen Käsehäppchen ihren Weg in die Jausenbox finden. 
  • Als Durststiller eignen sich Wasser, ungesüßte Tees und Fruchtsäfte. Wer seine Kinder dafür nicht begeistern kann, darf ihnen ihre Getränke mit ein wenig Holundersaft oder Honig im wahrsten Sinne des Wortes versüßen.

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Kommentar von Mapa.Ompa |

Hallo! Wir (speziell Mama ;)) schauen bei unseren Kindern sehr auf ausgewogene und gesunde Ernährung, jedoch wird es halt leider auch sehr selten angenommen und dann bspw. in der Volksschule gar nichts gegessen, was wiederum der Konzentration sinken lässt. Da ist eine kleine, nicht so sehr gesunde "Belohnung", die vom Kind viel eher angenommen wird als Vollkornbrot (.. ich denke wir sind nicht die Einzigen), als Zusatz dann der letzte Ausweg ..
Zu Hause übrigens, wird gerne gesünder gegessen und auch Gemüse geknabbert (anstatt Chips) - in der Schule ist´s aber offensichtlich anders; Gruppendruck?

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