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Winterzeit – Erkältungszeit: Vitamin D für die ganze Familie

Draußen wird es kälter und schon bald freuen wir uns über die ersten Schneeflocken. So schön die Wintermonate auch sind, in vielen Familien stehen in dieser Jahreszeit Infekte hoch im Kurs. Die Kinder bringen Erkältungen aus dem Kindergarten oder der Schule mit, Mama und Papa stecken sich in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei den Arbeitskollegen oder einfach gegenseitig an. Bevor ihr aus dem Husten und Schnupfen gar nicht mehr herauskommt, stellen wir euch einen echten Alleskönner vor: Vitamin D, auch bekannt als Sonnenvitamin.

Mutter und Kleinkind bei einem Spaziergang im Winter-Wald

Warum ist Vitamin D so wichtig?

In den Sommermonaten müssen wir uns zum Thema Vitamin D keine Gedanken machen, da wir uns ohnehin viel im Freien aufhalten und die UV-Strahlung in diesen Breitengraden für die Vitamin D Produktion ausreicht. Vitamindoktor informiert hier genau über den Zusammenhang von Vitamin D und der UVB-Strahlung.

Apropos: Vitamin D ist eines der wenigen Vitamine, das vom Körper selbst gebildet werden kann. Im Sommer funktioniert das automatisch. Die Sonnenstrahlung trifft auf die Haut und wird unter der Hautoberfläche zu einem Prävitamin D3 umgewandelt, dieses wiederum wird zu Vitamin D (Calcitriol) weiterverarbeitet. Man geht davon aus, dass wir mit Hilfe des Sonnenlichts 80-90% unseres Vitamin D Bedarfs decken können. Voraussetzung ist natürlich ein regelmäßiger Aufenthalt in der Sonne.

ExpertInnen empfehlen Erwachsenen und Kindern, sich zwischen April und September etwa 15-20 Minuten kontrolliert der Sonneneinstrahlung auszusetzen. Das bedeutet z.B. Spielen oder Spazieren in der Sonne, ohne Sonnenhut, Sonnenbrille und idealerweise mit freigelegten Oberarmen. Für viele, auch in Fachkreisen, ein Dilemma. Schließlich ist die UV-Strahlung bereits im Frühling sehr stark, der Schutz vor einem Sonnenbrand unerlässlich. Sunblocker, Sonnencreme oder Kleidung mit LSF blockieren jedoch die Aufnahme von Sonnenlicht und somit die Produktion von Vitamin D.

Wie lange man sich ohne entsprechenden Sonnenschutz in der Sonne aufhalten kann, hängt letztlich auch vom Hauttyp und der Tageszeit ab. In den Vormittags- und späten Nachmittagsstunden ist die UV-Belastung nicht so hoch, die Mittagszeit verbringt man ohnehin lieber im Schatten oder in der kühlen Wohnung. Wenn dein Kind sehr helle Haut hat, sollte es nur kurz ungeschützt in die Sonne, dafür aber jeden Tag. Je dunkler die Pigmentierung, desto länger die Eigenschutzzeit der Haut. Wer diesbezüglich unsicher ist, wendet sich an den betreuenden Kinderarzt/die Kinderärztin oder einen Hautarzt. Sie sind gleichzeitig AnsprechpartnerInnen bei Fragen rund um die Versorgung des Körpers mit Vitamin D.

Zur Haut von Kindern haben wir unter folgendem Artikel relevante Information: Kinderhaut - Ein empfindliches Organ

Vitamin D Mangelerscheinungen

Vitamin D ist ein echter Hans Dampf in allen Gassen. Es ist in beinahe allen körperlichen Zellen nachweisbar, sorgt für den gesunden Aufbau von Muskeln und Knochen, unterstützt sowohl die Immunabwehr als auch die Hormonproduktion und ist maßgeblich an der Aufnahme von Kalzium beteiligt. Gewisse positive Eigenschaften von Vitamin D konnten bereits in Studien nachgewiesen werden (z.B. bei Asthma-PatientInnen), andere Funktionen, wie beispielsweise Prävention von ADHS und Diabetes, wurden noch nicht klinisch bestätigt. Wenn wir ausreichend mit Vitamin D versorgt sind, läuft unser Körper rund. Ein Vitamin D Mangel hingegen kann erhebliche Auswirkungen auf Wohlbefinden und Gesundheit haben, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Zu den Symptomen eines Mangels zählen:

  • Hohe Anfälligkeit für Infekte
  • Wachstumsstörungen (vor allem bei Kindern)
  • Rachitis bei Kindern (Verkrümmung der Wirbelsäule, mangelnder Knochenstoffwechsel)
  • Osteomalazie bei Erwachsenen (Aufweichen der Knochen)
  • Störungen auf feinmotorischer Ebene
  • Erhebliche Probleme im Zahn- und Kieferbereich (verzögerter Zahndurchbruch, Karies etc.)
  • Müdigkeit, eingeschränkte Leistungsbereitschaft, depressive Verstimmungen

Sonnenvitamin für Kinder

In regelmäßigen Monitorings wird der Gesundheitszustand von deutschen Kindern und Jugendlichen erhoben. In Bezug auf die Versorgung mit Vitamin D zeigt sich bei solchen Untersuchungen stets, dass es hier noch ordentlich Nachholbedarf gibt. Der Großteil aller Kinder (6 von 10) ist von Oktober bis März mit Vitamin D unterversorgt. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Zum einen haben wir in dieser Jahreszeit natürlich weniger Sonneneinstrahlung und ganz allgemein weniger Bewegung im Freien. Zum anderen verbringen Schüler und Jugendliche bereits sehr viel Zeit sitzend in geschlossenen Räumen, z.B. im Klassenzimmer oder zu Hause vor PC und Fernseher. Für ausgewogene Ernährung sind Jugendliche auch nicht gerade bekannt, ebenso ist es manchmal eine Herausforderung, kleinere Kinder für gesunde (Vitamin D haltige) Lebensmittel zu begeistern. Da Vitamin D jedoch erheblich am Knochen- und Muskelwachstum beteiligt ist, wird das Sonnenvitamin vor allem von Kindern dringend benötigt. Kinderärzte empfehlen üblicherweise eine Aufnahme von 400 i.E. Vitamin D täglich. Ob über die Ernährung oder entsprechende Ergänzungsmittel bleibt den Eltern selbst überlassen.

Hinweis: einen Sonderstatus genießen Babys und Kleinkinder. Man ist sich mittlerweile einig, dass Säuglinge und Kinder bis zum 3. Lebensjahr nicht in der Lage sind, ausreichend körpereigenes Vitamin D zu bilden. Also bekommen sie Vitamin D3 in Form von Tropfen. Im ersten Lebensjahr in der Einheit 400 i.E., im zweiten und dritten Lebensjahr mit 600 i.E.

Tipps zur Aufnahme von Vitamin D

Dass der Aufenthalt im Freien eine große Rolle spielt, darüber haben wir schon gesprochen. Auch in den Wintermonaten lohnt es sich, eine Stunde an die frische Luft zu gehen. Die Sonneneinstrahlung wirkt sich positiv auf die Stimmung, den Kreislauf, den Stoffwechsel und das Immunsystem aus. Und für Kinder ist so ein Spaziergang oder das Toben im winterlichen Garten zumeist eine willkommene Abwechslung.

Eine weitere Möglichkeit, Vitamin D zu sich zu nehmen, ist die Ernährung. Es gibt eine Handvoll Lebensmittel, die besonders reich an Vitamin D sind. Dazu zählen Fischsorten wie Aal, Lachs oder Hering, Milch und Milchprodukte, Eier, Butter und gewisse Gemüsesorten wie Avocado und Pilze (z.B. Morcheln, Champignons, sonnengetrocknete Steinpilze). Wer sich mit abwechslungsreicher Ernährung beschäftigt, wird Fisch ohnehin fix am Speiseplan haben, idealerweise zwei Mal pro Woche. Eier können in unterschiedlichsten Varianten zubereitet werden, auch Milchprodukte wie Emmentaler-Käse oder Joghurt sind zumeist kindgerecht und beliebt bei den Kleinsten. Aus Avocados lässt sich eine schmackhafte Guacamole zubereiten, die Pilze kann man beispielsweise in Laibchen oder Eintöpfen gut „verstecken“.

Vitamin D Präparate zur Nahrungsergänzung sind in der sonnenarmen Jahreszeit in aller Munde. Während die einen darauf schwören, sprechen sich andere dezidiert dagegen aus. Wer selbst Kinder hat, weiß, wie schwierig es manchmal sein kann, die Kleinsten zur gesunden Ernährung zu überreden. Es gibt ausgeprägte „Nudel- oder Reisesser“, Gemüseverweigerer und Süßigkeiten-tiger.

Üblicherweise ist jedoch die Kombination aus Bewegung an der frischen Luft und die Aufnahme von Vitamin D durch die Ernährung soweit ausreichend, dass Kleine sowie Große gut durch den Winter kommen. Manchmal kann die Supplementierung von Vitamin D jedoch Sinn machen, z.B. bei immer wiederkehrenden Infekten, chronischen Grunderkrankungen und bestimmten Risikogruppen. Vor einer Selbstmedikation mit Vitamin D wird jedoch abgeraten. Wenn du Mangelerscheinungen bei dir selbst oder deinem Kind fürchtest, führt der erste Weg zum Arzt/zu Ärztin. Dort wird mittels Bluttest festgestellt, ob der Körper ausreichend mit Vitamin D versorgt ist und im Bedarfsfall ein hoch dosiertes Vitamin D Präparat verschrieben.

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