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Streptokokken bei Kindern

Unter Streptokokken versteht man Bakterien, die in Europa häufig vorkommen. Ausgehend von einem Bakterienstamm gibt es viele unterschiedliche Erreger, die Infektionskrankheiten und Folgeerkrankungen auslösen können. Klein- und Schulkinder stecken sich üblicherweise mit Streptokokken der Gruppe A, „Streptococcus pyogenes“, an. Sie sind für typische Kinderkrankheiten wie Scharlach, Rotlauf und Mandelentzündung verantwortlich.

Streptokokken 3D-Rendering

Bakterieninfektion

Bei einer Erkrankung aufgrund von Streptokokken handelt es sich um eine Infektion. Während der Großteil aller Krankheiten im Kindesalter von Viren ausgelöst wird, ist eine Streptokokken-Infektion immer auf die gleichnamigen Bakterien zurückzuführen. Die Erreger werden in Form von Tröpfchen über die Luft übertragen, z.B. beim Husten oder Niesen. Seltener, aber dennoch möglich, ist eine Ansteckung über gemeinsam benutztes Geschirr oder Spielzeug. Am häufigsten infizieren sich Kinder im Kindergarten oder in der Schule, manchmal sind auch Familienmitglieder/Geschwister Überträger der Krankheit. Interessantes Detail: 20% aller Menschen sind mit Streptokokken A infiziert, ohne dass sie es merken.

Streptokokken der Gruppe A gelten als Auslöser für Scharlach, Rotlauf, Infektionen der oberen Atemwege sowie Rachen- und Mandelentzündungen. Üblicherweise beginnt die Erkrankung ähnlich wie eine Erkältung oder Grippe, im Laufe der Zeit entwickeln sich dann erst typische Symptome wie Ausschlag, starke Schluckbeschwerden oder gerötete Zunge. Streptokokken-Infektionen betreffen Kindergarten- und Schulkinder im Alter von 3 bis 7 Jahren. Die meisten Fälle gibt es in der kalten Jahreszeit, wenn das Immunsystem durch Umwelteinflüsse und zahlreiche Infekte ohnehin schon geschwächt ist. Besonders Scharlach und Rachenentzündungen sind von vielen Eltern gefürchtet, da Betroffene große Schmerzen beim Schlucken empfinden und gleichzeitig Fieber haben. Die erhöhte Körpertemperatur erfordert die Aufnahme einer großen Menge an Flüssigkeit – ein schwieriges Unterfangen, wenn der Hals bei jedem Schluck schmerzt. Auch werden die Erreger relativ leicht übertragen, daher sind bei Ausbruch in einer Kinderbetreuungseinrichtung meistens gleich mehrere Kinder betroffen. Wenn die medikamentöse Behandlung rasch beginnt, ist das Ansteckungsrisiko nach 1-2 Tagen auf ein Minimum reduziert. Bleibt die Behandlung jedoch aus oder die Erkrankung unerkannt, sind Betroffene über Wochen hinweg ansteckend.

Tipp: im Gegensatz zu anderen Krankheiten (z.B. Röteln) ist Scharlach nicht meldepflichtig. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr solltest du dein Kind jedoch ein paar Tage aus dem Kindergarten oder der Schule nehmen. Eine Kontrolluntersuchung nach Abklingen der Symptome ist empfehlenswert.

Symptome

Die Inkubationszeit einer Streptokokken-Infektion wird mit 2-5 Tagen angegeben. Nach dieser Zeit machen sich die ersten Symptome bemerkbar. Anfänglich ist Scharlach von einer herkömmlichen Grippeerkrankung schwer zu unterscheiden. Zu den Symptomen zählen:

  • Fieber/erhöhte Temperatur
  • Schüttelfrost
  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Bauchkrämpfe)
  • Gelegentlich Schnupfen und Ohrenschmerzen
  • Halsschmerzen (Schluckbeschwerden)
  • Schwellung der Lymphknoten

Für Eltern ist also nicht sofort klar, dass es sich um eine Streptokokken-Infektion handelt. Außer es gibt bereits ähnliche Fälle im Kindergarten/in der Familie, dann ist die Achtsamkeit natürlich erhöht.

Krankheitsverlauf & Behandlung

Scharlach verläuft bei jedem Kind anders. Manche Kinder haben starke Schmerzen beim Schlucken und eine sichtbare Entzündung (Rötung) des Rachens, andere wiederum haben nur leichte Schluckbeschwerden, die nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Wenn zusätzlich zu den Halsschmerzen ein Ausschlag sichtbar wird, der sich ausgehend von der Armbeuge auf den gesamten Körper ausbreitet, dann handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um Scharlach. Nach einigen Tagen verfärbt sich bei einer Infektion auch die Zunge tiefrot, manchmal treten kleine Knötchen hervor. Wenn dein Kind also unter starken Schluckbeschwerden, Fieber oder an einer Kombination der oben genannten Symptome leidet, solltest du so rasch wie möglich deinen Kinderarzt/deine Kinderärztin kontaktieren. Schließlich ist die Krankheit nicht nur ansteckend, sondern auch mit großen Schmerzen verbunden. Deinem Kind wird es zunehmend schwer fallen, zu essen und zu trinken.

Der Arzt/die Ärztin macht wie gewohnt eine Anamnese und untersucht anschließend den Mund- und Rachenraum, auch die Lymphknoten werden abgetastet. Er/sie wird sich nach dem bisherigen Krankheitsverlauf und bestimmten Symptomen (wie z.B. Fieber) erkundigen. Üblicherweise kann eine Sichtdiagnose gestellt werden, da das Erscheinungsbild einer Streptokokken-Infektion sehr eindeutig ist. Es besteht auch die Möglichkeit, einen Rachenabstrich zu nehmen und die Probe hinsichtlich des Erregers zu untersuchen. Entsprechende Schnelltests erlauben eine Auswertung innerhalb weniger Minuten.

Scharlach oder Racheninfektionen, die auf A-Streptokokken zurückzuführen sind, werden normalerweise mit Antibiotika behandelt. Zusätzlich zur Antibiotika-Therapie kann der Arzt/die Ärztin schmerzstillende Mittel verschreiben, um deinem Kind das Schlucken zu erleichtern. Nach mehrtägiger Medikamenteneinnahme und Schonung können Betroffene wieder den Kindergarten oder die Schule besuchen. Häufig wird nach einer Scharlach-Erkrankung eine Nachsorge-Untersuchung empfohlen, bei der gelegentlich auch Harn und Herz untersucht werden. Schädigungen an Herz und Niere können nämlich Folgeerkrankungen einer Streptokokken-Infektion darstellen. Bei einem raschen Beginn mit der medikamentösen Therapie sind derartige Folgekomplikationen aber äußerst selten.

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