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Meningokokken (Blutvergiftung und Hirnhautentzündung)

Meningokokken sind Bakterien, die etwa zehn Prozent der Europäer in ihrem Körper tragen, ohne krank zu sein. Sie hängen sich mit Hilfe kleiner Fortsätze an die Schleimhäute des Nasenrachenraumes und verweilen dort oft monatelang, bis sie aktiv werden und verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen. Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion (anhusten, niesen, küssen etc.) von Mensch zu Mensch übertragen.

Wenn das Immunsystem durch Stress oder andere Erkrankungen geschwächt ist, vermehren sich die Bakterien, dringen durch die Schleimhäute und lösen Blutvergiftungen und Hirnhautentzündungen aus. Die Inkubationszeit ist meist 3 bis 4 Tage, in seltenen Fällen 2 bis 10 Tage.

Mikrokopische Aufnahme Meningokokken Erkrankungen reichen von leichten Formen, die schnell heilen, bis zu sehr gefährlichen Ausbrüchen, die - trotz Behandlung - innerhalb von wenigen Stunden zum Tod führen. Die Meningitis ist von den Krankheitssymptomen her leicht mit Grippe zu verwechseln: Starke Abgeschlagenheit, hohes Fieber, Gelenks- und Muskelschmerzen, Erbrechen, Schüttelfrost, Krämpfe und Bewusstseinsstörungen und -trübungen zeigen die Erkrankung an. Typisch bei Hirnhautentzündung sind Nackensteifheit, ein überstrecktes Hohlkreuz und ein in den Polster gedrückter Kopf. Die Symptomatik zeigt sich bei Säuglingen durch Fieber, Apathie, Unruhe, Nahrungsverweigerung und Berührungsempfindlichkeit.

Wenn Bewusstseinstrübung und punktförmige Hautblutungen auftreten und der Kreislauf des Patienten zusammenbricht (Kollaps), sind dies Anzeichen für einen lebensbedrohenden Zustand und es muss unverzüglich ein Notarzt gerufen werden (Lebensgefahr!). Ebenfalls lebensbedrohend ist eine Sepsis (Blutvergiftung), die durch das Eintreten der Bakterien in die Blutbahn ausgelöst wird. Mitentscheidend für den Verlauf der Erkrankung ist eine frühe Diagnose und die Zugabe von Antibiotika (Penicillin G oder ein Cephalosporin 3a). Auch Menschen aus dem engeren Umfeld des Patienten sollten Antibiotika verabreicht bekommen. Spätfolgen (Hörverlust, Krampferkrankungen, Blindheit) können trotz Behandlung nicht ausgeschlossen werden. Leider zeigt die Statistik auf, dass jede zehnte Person an den Folgen der Krankheit verstirbt.

Schutzimpfungen für gefährdete Personen (z.B. mit erhöhtem Infektionsrisiko, mit Immundefekten oder mit fehlender oder funktionsuntüchtiger Milz, Reisende, die in Gebiete fahren, wo häufig Meningokokken-Infektionen auftreten, Schüler und Studenten, die nach Irland, Spanien oder England reisen) werden empfohlen. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Meningokokken. Geimpft werden kann derzeit aber nur der Typ C. Durch eine Impfung ist man jedoch nicht gegen die in Mitteleuropa und in Brasilien vorkommende Hirnhautentzündung, die von Meningokokken-B ausgelöst wird, geschützt.


Bildquelle: Meningokokken.jpg | Baxter.de - Pressematerial | Rechte liegen beim Eigentümer

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Kommentar von Julia Böhm |

Danke für den sehr informativen aber zum Glück recht kurz gefassten Artikel!

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