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Kinderernährung und neue Marketingwege

Die derzeit anhaltende Diskussion über die (un)gesunde Ernährung von Kindern in den Industrienationen hat in den letzten Monaten bereits zu Bewegungen und Veränderungen im Umgang mit der kommerziellen Bewerbung von "Kindernahrungsmitteln" wie beispielsweise Süssigkeiten oder Fast-Food-Produkten geführt.

Junk-Food Auf der einen Seite sieht sich die Politik in den westlichen Staaten wie in den USA oder Zentraleuropa im präventiven Zugzwang um die Kosten eines zukünftigen - bereits jetzt auf der Kippe stehenden - Gesundheitssystems zu reduzieren, andererseits versuchen Unternehmen wie Fernsehanstalten oder Zeitschriftenverlage sich im Trend der Diskussion durch die Distanzierung von Junk-Food-Marketing ein positives Image bei den Konsumenten zu erarbeiten.

Aktuelle Studien, wie zuletzt jene der Universität Stanford im US-Bundesstaat Chicago zeigen auf, dass Markennamen wie McDonald's auf Lebensmitteln die Geschmackserfahrung von Kindern beeinflussen. Die 63 Kinder die an der Untersuchung teilnahmen verkosteten jeweils mehrere idente Produkte, wobei eines in einer farblosen und neutralen Tüte und das andere in einer McDonalds-Verpackung serviert wurde. Dabei empfanden die Kinder die vermeintlichen McDonald's-Produkte als geschmacklich besser. Besonders jener Nachwuchs der über einen eigenen Fernseher im Schlafzimmer verfügte zeigte sich anffällig für das Fehlurteil.

Solche und ähnliche Studien sowie Medienechos über die prozentuelle Zunahme der Fettleibigkeit, dem daraus resultierenden Rückgang der Lebenserwartung sowie die öffentliche Meinung in den USA, veranlassen Konzerne wie beispielsweise Disney ihre Charaktere nicht mehr für Marketingzwecke für "ernährungsarme" Produkte, die sich an Kinder unter 12 Jahren richten, einzusetzen.

Auch die Fernsehanstalt Nickeloden gab dieser Tage bekannt Charaktere wie Spongebob oder Jimmy Neutron ab 2009 nicht mehr für die Bewerbung von Junk-Food einzusetzen und nur noch auf als gesund geltenden Produkten vertreten sein zu wollen. Für die Unternehmen ist das finanziell ein durchaus kritischer Posten, verdienen sie doch an Lizensierungen an NahrungsmittelherstellerInnen und dem damit einhergehenden Marketingeffekt.

Summa summarum lässt sich hier eine positive Tendenz in den Vereinigten Staaten ableiten. Erkenntlich zeigt sich hier aber auch, dass die Politik im Angesicht internationaler Konzerne sich anscheinend nur durch belegte Studien, deren Ergebnisse als Erfahrungswerte meist schon viel früher vorliegen, sich Gehör in der öffentlichen Meinung verschaffen und es dadurch erst zu trendlastigen Veränderungen von der Konsumentenseite kommen kann.

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