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Honig - altes Hausmittel "neu entdeckt"

Unsere Großeltern hatten die süße Medizin im Kästchen. Bei Husten, Grippe und Schnupfen gab es eine Extraportion für uns Kinder. Der Tee wurde damit gesüßt und ein Löffel mit einigen Blütenpollen langsam im Munde genossen. Eine Zeit lang war seine medizinische Bedeutung in Vergessenheit geraten. Doch nun kommt der Honig zu alten Ehren.

Honigglas Stämme des resistenten Keims Staphylococcus (MRSA) treten vermehrt dort auf, wo häufig Antibiotika verwendet werden. In einigen Kliniken sind 30 % der im Krankenhaus erworbenen Infektionen auf MRSA zurückzuführen. Die Verbreitung findet sich weltweit. Einige Stämme sind bereits absolut resistent gegen alle Antibiotika und bis dato gab es kaum effiziente Möglichkeiten, die Auswirkungen dieser Infektionen zu lindern.

Medizinisch reiner Honig wird nun wieder vermehrt bei vielen gefährlichen Krankheitserregern zur Behandlung der Infektionssymptome eingesetzt. Besonders bei Langzeitpatienten (Krebskranken, etc.) in Kliniken und Pflegeheimen wird im Gegensatz zum Effekt langer Medikamententherapien durch den Honig die Lebensqualität erhöht. Antibiotikaresistent bedeutet, dass ein Mikroorganismus sich gegen Antibiotika wehren kann und diese daher keine Wirksamkeit nach sich ziehen.

Ein Protein oder Enzym, das durch ein bestimmtes Gen auf der Bakterien-DNA codiert wird, unterstützt diesen Mechanismus. Immer mehr Keime (Krankheitserreger) zeigen sich als resistente Mutationen. Honig wurde immer schon als antiseptisches Hausmittel geschätzt. Erfolgreiche Studien in England und Deutschland veranlassten Mediziner und Pflegepersonal verstärkt auf dieses alte Hausmittel (u.a in der Palliativmedizin) zu setzen.

Die antiseptische Wirkung des Honigs liegt an dem Enzym Glucose-Oxidase, das die Bienen bei der Honigproduktion zusetzen. Dieses Enzym produziert laufend in kleinen Mengen Wasserstoffperoxid, ein Antiseptikum. Durch die ununterbrochene Nachbildung reichen schon geringe Konzentrationen, um die Wundbakterien zu töten. Medizinischer Honig hat nicht nur deutsche ÄrztInnen durch seine Heilkraft beeindruckt, auch in Österreich arbeitet man verstärkt mit diesem wunderbaren Mittel der Natur.

Einige Bonner KinderärztInnen setzen auf ein Produkt namens Medihoney das in der Wundbehandlung bei Kindern eingesetzt wird. Der Erfolg ist bestechend. Abgestorbenes Gewebe wird schneller abgestoßen, die Wunde heilt schneller, der übel riechende Geruch ist vermindert, der Verbandswechsel bereitet weniger Schmerzen und oft jahrelang vorhandene Wunden heilen innerhalb von Wochen ab. Medihoney trägt das CE-Siegel für Medizinprodukte, die Qualität wird regelmäßig überprüft. Er ist bewilligungspflichtig und daher nur mit Rezept zu erhalten.

Bildquelle: Sweet as Honey | Fotograf: Phil Beard | All Rights Reserved

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