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Stillen in der Öffentlichkeit: Studie zeigt Aufklärungsbedarf

Eine vom Babyartikelhersteller MAM im DACH-Raum durchgeführte Studie zeigt, dass Stillen in der Öffentlichkeit für den Großteil aller Mamas unangenehm ist und in unserer Gesellschaft nach wie vor tabuisiert wird. 1.914 Mütter wurden zu ihrem Stillverhalten befragt, ebenso zu den Gründen, warum sie stillen und welche Probleme häufig auftreten. Knapp die Hälfte aller Umfrageteilnehmerinnen (45,1 Prozent) stillen ihre Babys zwischen dem sechsten und neunten Lebensmonat ab. Jede fünfte Frau (19,9 Prozent) stillt länger als ein Jahr. Der Großteil aller Befragten (74 %) gibt an, sehr gerne zu stillen oder gerne gestillt zu haben, wenn bereits abgestillt wurde.

Stillen in der Öffentlichkeit: Studie zeigt Aufklärungsbedarf

Öffentliches Stillen ein Tabu?

Schwierig gestaltet sich für zwei Drittel aller Mütter das Stillen im öffentlichen Raum. Unangenehme Reaktionen, negative oder übergriffige Bemerkungen durch Mitmenschen scheinen an der Tagesordnung zu stehen. „Im Rahmen der Umfrage haben wir zahlreiche Erfahrungsberichte von Müttern erhalten, die uns von unaufgeforderten, teilweise sehr übergriffigen Bemerkungen und Ratschlägen erzählten. Egal, ob es um das Stillen oder das Füttern mit dem Fläschchen geht – Mütter sind mit einem regelrechten ‚Mumsplaining‘ konfrontiert“, meint Eline Strobl von MAM Baby Österreich zu den qualitativen Ergebnissen der Umfrage. Laut Studie erleben 67,2 % der Studienteilnehmerinnen negative Erfahrungen und Reaktionen, wenn sie ihr Kind in der Öffentlichkeit, wie z. B. im Kaffeehaus, in einem Lokal oder einem Einkaufszentrum, stillen. 39,2 % geben an, dass ihnen das Stillen in der Öffentlichkeit unangenehm sei.

Optimale Nährstoffzufuhr in den ersten Lebensmonaten

Man weiß mittlerweile, dass Muttermilch das optimale Nahrungsmittel für Babys ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, in den ersten Lebensmonaten nach Bedarf und ausschließlich zu stillen. Darüber hinaus darf ebenfalls so weitergestillt werden, wie es für Mutter und Kind stimmig ist. Auch in der Beikostphase hat Stillen immer noch einen zentralen Stellenwert. Die Studienautorinnen wollten von den Mamas wissen, warum sie stillen. Auf Platz Eins der Nennungen liegt die Gesundheitsförderung des eigenen Babys (94,3 %). Ebenso spielt die Bindung zwischen Mutter und Kind (76,5 %) eine Rolle. 76,1 % der befragten Mamas schätzen den praktischen Aspekt des Stillens – Muttermilch „hat man schließlich immer dabei“. 

Mütter berichten zudem von folgenden Stillproblemen, bei denen sie sich dann vorrangig an ihre Hebamme wenden:

  • Wunde/entzündete Brustwarzen (60,7 Prozent)
  • Milchstau (39,3 Prozent) 
  • „Zu wenig Milch“ (38,2 Prozent)

Interessant zu wissen: Nicht nur Still-Mamas stehen und einem gewissen gesellschaftlichen Druck. 12 % der Studienteilnehmerinnen hat nicht gestillt und auch sie geben an, dass einen gewissen Erwartungsdruck von außen spüren.  Sie haben mitunter das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, wenn sie dem Baby das Fläschchen geben und eben nicht stillen wollen oder können. 

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