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Darum sind die richtigen Schuhe wichtig für Mobilität und optimale Kindesentwicklung

Eine Studie zeigt, dass circa 69 Prozent der österreichischen Kinder falsche Schuhe tragen. Alarmierende Zahlen, wie viele Mediziner und Orthopäden feststellen, denn dies kann dramatische Folgen für die Mobilität haben. Angeregt durch die Studienergebnisse hat sich viel auf dem österreichischen Kinderschuhmarkt getan, vor allem bei präzisen Größenangaben und individuellen Schuhabmessungen.

Darum sind die richtigen Schuhe wichtig für Mobilität und optimale Kindesentwicklung
Kinderschuhe sollten möglichst flexibel sein und dürfen nicht drücken. Nur so ist eine optimale Entwicklung der im Wachstum befindlichen Füße garantiert.

Grundstein für gesunde Füße wird bereits im Kleinkindalter gelegt

Die Expertenmeinung zeigt, dass weltweit circa 98 Prozent aller Babys mit einem gesunden Fußstand geboren werden. Veränderungen finden häufig erst durch die falsche Schuhwahl statt. Sind sie beispielsweise zu klein oder eng an bestimmten Stellen, verändert sich die Körperhaltung des Nachwuchses, um unangenehme Reizungen und Schmerzen zu vermeiden. Wird diese Fehlstellung nicht frühzeitig entdeckt, kann dies zu weiteren Schädigungen der Wirbelsäule, der Hüfte oder des Schulterbereichs führen.

Damit Kinder ihre Schuhe gern und ohne Beschwerden tragen, sollten sich Eltern beim Kauf Zeit nehmen. Bei der Auswahl geht es nicht primär um optische Aspekte, sondern vor allem um die Materialqualität, den Tragekomfort und den optimalen Platz im Schuh. Außerdem sollten Kinderschuhe dem Alter und Aktivitätsgrad angepasst sein. Den passenden Kinderschuh findet man hier.

Säuglinge sollten vor allem barfuß laufen oder dünne Schuhe beziehungsweise Söckchen tragen. Ihr Fuß befindet sich noch in der Ausbildung und braucht viel Spielraum, um sich optimal zu entwickeln.

Die richtige Größe für den optimalen Sitz finden

Eine Untersuchung der Universität Wien hat gezeigt, dass circa 69 Prozent aller Kinder zu kleine Straßenschuhe tragen. Auch die Hausschuhe sind laut Studie bei 90 Prozent der Kinder viel zu klein. Ursächlich für die falschen Größen sind häufig irreführende Herstellerangaben und die fehlende Messbereitschaft der Eltern.

Jeder weiß, wie herausfordernd es sein kann, mit dem Nachwuchs Schuhe zu kaufen. Geduld scheint bei der Auswahl und dem Anprobieren ein Fremdwort. Um möglichst schnell fertig zu werden, vernachlässigen viele Eltern das Anprobieren und Abtasten des Fußes im Schuh. Schließlich soll der Nachwuchs nicht noch mehr gestresst werden. Dies ist völlig falsch, wie die Untersuchungen der getragenen Kinderschuhe zeigen. Die Mehrheit hat viel zu kleine Schuhmodelle am Fuß.

Großzügigkeit bei Größen bringt mehr Freiheit für den Fuß

Experten empfehlen, dass sich Eltern niemals ausschließlich auf die Größenangaben der Hersteller verlassen. Praxisuntersuchungen zeigen, dass es deutliche Unterschiede bei den vermeintlich einheitlichen Größen gibt.

Um herauszufinden, ob ein Schuh wirklich passt, sollte mit dem Nachwuchs gemeinsam anprobiert werden. Grundsätzlich brauchen Kinderfüße immer etwas mehr Platz, da sie sich noch im Wachstum befinden. Ein gut sitzender Schuh sollte circa 10 bis 15 Millimeter länger als der Kinderfuß sein. So haben die Zehen ausreichend Platz. Eltern können den Drucktest am Schuh direkt machen. Hat der Nachwuchs den Schuh angezogen, muss mit dem Daumen leicht auf die Schuhspitze gedrückt werden, um die Position der Zehen zu spüren.

Schuhe alle drei Monate überprüfen

Gerade in den ersten Lebensjahren wachsen Kinderfüße rasant. Eine Überprüfung der Passqualität ist alle drei Monate empfehlenswert. Später wachsen die Füße circa einen Millimeter monatlich, was jährlich zwei oder drei Schuhgrößen Unterschied ausmacht. Am besten sollten Eltern den Nachwuchs regelmäßig befragen, ob es Schmerzen gibt, und den Gang beobachten. Verspüren Kinder Unannehmlichkeiten beim Tragen ihrer Schuhe, zeigt sich das meist sofort im Gangbild. Dieses wird weniger flüssig und unbeschwert, stattdessen sehr präzise, bewusst und vorsichtiger.

Die Materialqualität ist entscheidend

Nicht nur die Experten der Universität Wien, sondern auch eine Studie der Universitätsklinik Tübingen zeigt, wie viele Kinder unter falschem Schuhwerk leiden. Neben den viel zu kleinen Größen werden auch die Materialqualitäten beanstandet. Kinderfüße brauchen nicht nur ausreichend Platz, sondern auch viel Bewegungsspielraum beim Material.

Sind Sohle und Obermaterial beispielsweise wenig flexibel und atmungsaktiv, kann dies verheerende Folgen für die künftige Fußgesundheit haben. Staut sich im Schuh die Wärme und kann diese nicht abtransportiert werden, neigen Kinder schneller zu Schweißfüßen. Wichtig ist auch die optimale Materialverteilung. Während der Bereich für den Vorderfuß möglichst flexibel sein sollte, brauchen Kinder im Bereich der Ferse deutlich mehr Halt. Fehlt er, können sie leichter umknicken und die Bänder beim Laufen strapazieren.

Woran erkenne ich, dass mein Kind einen falschen Schuh trägt?

Viele Eltern sind sich unsicher, ob der gegenwärtige Schuh tatsächlich passgenau sitzt. Die Befragung der Kinder bringt häufig nur wenig Aufschluss, denn sie können und wollen den Tragekomfort häufig gar nicht richtig einschätzen. Deshalb ist die genaue Beobachtungsgabe der Eltern gefragt. Zeigen sich am Fuß Druckstellen oder sogar Blasen, sollte der Schuh unbedingt gewechselt werden.

Klagt das Kind sogar über Schmerzen an den Zehen oder zeigen sich erste Gelenkveränderungen, ist Eile geboten. Bei schweren Symptomen ist der Besuch beim Arzt sinnvoll. Er kann Spätfolgen durch die richtige Therapie und Schuhberatung noch lindern.

Darum sind die richtigen Schuhe wichtig für Mobilität und optimale Kindesentwicklung
Experten empfehlen gerade bei Babys, so lange wie möglich auf Schuhe zu verzichten. So können sich die weichen Knorpel- und Hautteile optimal entfalten.

Natürliche Barfußschuhe bei Kindern: Das sagen Experten dazu

Die Auswahl sogenannter Barfußschuhe steigt, sogar für Kleinkinder. Doch viele Eltern sind verunsichert, ob diese Schuhe mit abgeflachter Sohle wirklich geeignet für die Fußgesundheit ihrer Kinder sind. Experten befürworten das Tragen solcher Modelle, jedoch nur bei einem gesunden Fuß. Durch das geführte Barfußlaufen wird nicht nur die Durchblutung angeregt, sondern auch die Stabilität verbessert.

Experten empfehlen gerade bei Babys, so lange wie möglich auf Schuhe zu verzichten. So können sich die weichen Knorpel- und Hautteile optimal entfalten.

Der Körper besinnt sich auf seine eigenen Stärken und bildet Sehnen, Knochen und Co. deutlich kräftiger aus. Ursächlich dafür ist die fehlende Sohle, welche bei den meisten Schuhen viel Dämpfung bereitstellt. Dadurch muss der Körper deutlich weniger leisten, sodass einige Partien vor allem im Ober- und Unterschenkel langsam verkümmern. Damit sich Kinder auch in den nächsten Jahrzehnten bis zum hohen Alter beschwerdefrei bewegen können, sollten die Grundlagen schon frühzeitig gelegt werden.

Untersuchungen zeigen, dass die natürliche Form der Barfußschuhe Haltungsschäden und Fehlstellungen deutlich reduzieren kann. Die Füße sind nicht eingeschränkt und können sich ganz altersgerecht entwickeln. Liegen bereits attestierte Fehlstellungen der Füße vor, ist das Tragen der Barfußschuhe jedoch meist nicht empfehlenswert. Stattdessen verschreibt der Arzt des Vertrauens beispielsweise korrigierende Maßnahmen wie Einlegesohlen oder sogar eine Sohlenerhöhung bei massiven Fehlstellungen.

 

Abbildung 1: pixabay.com @ Olichel | Abbildung 2: pixabay.com @ FeeLoona

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