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Pfeiffersches Drüsenfieber

Das Pfeiffersche Drüsenfieber wird in der medizinischen Fachsprache auch infektiöse Mononukleose genannt und ist eine weit verbreitete Viruserkrankung, die bei Menschen jeder Altersstufe auftreten kann. Kinder und Jugendliche zwischen vier bis 15 Jahren erkranken jedoch häufig daran.

Da der Krankheitsverlauf bei sehr jungen Patienten besonders mild ausfallen kann, wird das Drüsenfieber in vielen Fällen gar nicht als solches diagnostiziert, sondern eher mit einer Erkältung verwechselt. Wer im Kindesalter an der infektiösen Mononukleose erkrankt, hat jedoch nicht nur den Vorteil, dass die Beschwerden meist unkompliziert ausfallen, sondern ist danach im Normalfall ein Leben lang gegen die Viruserkrankung immun.

Wodurch wird das Pfeiffersche Drüsenfieber verursacht?

Hervorgerufen wird das Pfeiffersche Drüsenfieber durch das Ebstein-Barr-Virus, das zu der Familie der Herpes-Viren zählt. Der Erreger wird über eine Tröpfcheninfektion verbreitet, wobei die Übertragung bei dieser Erkrankung vor allem bei Mund-zu-Mund-Kontakt passiert. Das Virus kann aber auch durch Husten oder Niesen von Mensch zu Mensch weitergegeben werden.

Da das Ebstein-Barr-Virus also zumeist beim Küssen mittels Speichel und Rachensekret übertragen und über die Schleimhäute aufgenommen wird, hat sich im Volksmund auch die Bezeichnung Kusskrankheit eingebürgert. Oft hört oder liest man den englischen Ausdruck Kissing Disease.

Das Virus bleibt nach einer Erkrankung lebenslang im Körper, es kann noch Monate oder Jahre nach Abklingen der Symptome infektiös sein, weshalb selbst jene Personen, die wieder gesund sind, andere anstecken können. Wer einmal am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt ist, bildet infolge Antikörper und ist in dem meisten Fällen für das restliche Leben dagegen immun.

Laut dem deutschen Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte sind rund 70 Prozent aller Erwachsenen mit dem Ebstein-Barr-Virus infiziert, andere Quellen sprechen sogar von mehr als 95 Prozent aller 30-Jährigen. Manchmal kann das Virus reaktiviert werden, zumeist verläuft dies aber ohne erneutes Auftreten von Symptomen – Ausnahmen können auftreten, wenn, der Betroffene etwa unter einem geschwächtem Immunsystem leidet.

Das Virus kann somit schon in der Kindheit durch einen Kuss der Eltern oder im Teenageralter im Rahmen der ersten sexuellen Erfahrungen weitergegeben werden – was erklärt, warum ein Großteil der Erwachsenen bereits dagegen immun ist und die meisten Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter passieren. Eine Impfung oder eine andere Möglichkeit zum Schutz vor dem Pfeifferschen Drüsenfieber gibt es derzeit nicht. Zu enger Kontakt mit Personen, die an der Viruserkrankung leiden, sollte allerdings vermieden werden. So ist beispielsweise von einem Begrüßungskuss abzuraten, eine völlige Isolation des Patienten ist jedoch nicht notwendig.

Welche Symptome zeigen sich?

Die Inkubationszeit, also die Dauer zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, kann beim Pfeifferschen Drüsenfieber von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen und liegt zwischen zehn und 50 Tagen, wobei der Zeitraum bei Kindern tendenziell kürzer ist. Schon in dieser Phase können Betroffene andere Personen mit dem Ebstein-Barr-Virus anstecken.

    Ebenso unterschiedlich können die Krankheitssymptome sein, wobei folgende Beschwerden typisch sind:
  • Beginnende Beschwerden ähnlich wie bei einer Erkältung: Husten, Schnupfen, Halsschmerzen
  • (hohes) Fieber
  • Schwellung der Lymphknoten am Hals (manchmal zusätzlich an anderen Stellen des Körpers)
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Die Schwellung der Lymphknoten und das Fieber haben zu der Bezeichnung „Drüsenfieber“ geführt. Zusätzlich zu den typischen Beschwerden können grau-weißer Belag auf Mandeln und Gaumen, eine Mandelentzündung oder eine Rachenentzündung auftreten. Ebenso sind Kopfweh oder Gliederschmerzen möglich, in manchen Fällen kommt es zu einer Schwellung der Leber oder der Milz, wodurch Schmerzen im Bauch verursacht werden.

Bei einem sehr kleinen Teil der Erkrankten wandelt sich die Infektion, laut dem deutschen Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, zu einem Hautausschlag, ähnlich jenem bei Masern, Scharlach oder Röteln. Selten passiert es, dass das Immunsystem zu schwach ist oder aus einem anderen Grund nicht erfolgreich gegen die Krankheit ankämpfen kann und diese chronisch wird.

Bei kleinen Kindern ähnelt der Verlauf in vielen Fällen einer Erkältung mit Fieber und Müdigkeit oder bleibt ohne jegliche Beschwerden, weshalb das Pfeiffersche Drüsenfieber oft gar nicht erkannt bzw. diagnostiziert wird. Trotzdem ist es möglich, dass sich Kinder einige Wochen nach der milden Erkrankung noch müde fühlen und ihre Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Zudem sind auch bei Kindern starke Beschwerden nicht gänzlich ausgeschlossen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann die Erkrankung länger dauern und mit stärkeren Symptomen verbunden sein.

Welche Behandlung ist bei Pfeifferschen Drüsenfieber notwendig?

Die Diagnose Pfeiffersches Drüsenfiebers stellt der Arzt einerseits, indem er nach den genauen Beschwerden fragt und versucht, andere Krankheiten auszuschließen. Andererseits kann er durch eine Blutprobe die Bildung von Antikörpern nachweisen, die auf eine Infektion mit dem Ebstein-Barr-Virus hindeuten. Im Fall der Viruserkrankung zeigen sich bei der Untersuchung des Blutbildes manchmal auch erhöhte Leberwerte oder eine erhöhte Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen.

Verläuft das Drüsenfieber ohne Komplikationen und liegen keine Vorerkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem bei dem Patienten vor, sind keine besonderen Maßnahmen zur Heilung vorgesehen. Bestimmte Symptome wie hohes Fieber oder Halsschmerzen können jedoch mit vom Arzt verordneten Mitteln gelindert werden. Wichtig ist außerdem, dass gerade die jungen Patienten Bettruhe halten, ausreichend schlafen und genügend Flüssigkeit sowie leicht verdauliche Speisen zu sich nehmen.

Antibiotika helfen nicht gegen diese Viruserkrankung – werden die Antibiotika Ampicillin oder Amoxicillin verabreicht kann es im Gegenteil zu weiteren Beschwerden kommen, da durch diese oft ein Hautausschlag ausgelöst wird.

Nach zwei bis drei Wochen ist das Pfeiffersche Drüsenfieber bei normalem Krankheitsverlauf überstanden und zieht keine Folgeschäden nach sich. Gerade wenn sich Betroffene in den Wochen nach der Erkrankung noch müde oder abgeschlagen fühlen, sollte eine übermäßige körperliche Betätigung unterlassen werden, um das geschwächte Immunsystem nicht unnötig zu belasten und eventuell nachträglich auftretende Komplikationen zu vermeiden.

Halten die Symptome ungewöhnlich lange an, sollte nochmals ein Arzt aufgesucht werden. Komplikationen sind aufgrund der meist einfachen Krankheitsverlaufs zumindest bei Kindern sehr selten. In wenigen Fällen können zusätzliche Beschwerden wie eine Mandelentzündung, ein Milzriss, Atembeschwerden aufgrund der geschwollenen Mandeln, Blutarmut, eine Lungen-, Nieren- oder Herzmuskelentzündung auftreten, die auf jeden Fall medizinisch behandelt werden müssen.

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Kommentar von Marcus |

Vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Das Pfeiffersche Drüßenfieber ist wirklich nicht zu unterschätzen. Es ist nicht mi einer normalen Grippe gleichzustellen.

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