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Kinderhaut - Ein empfindliches Organ

Die Haut ist das größte Organ des Menschen, sie ist unser erster Schutz vor Umwelteinflüssen und Verletzungen. Die richtige Pflege ist deshalb wichtig und sollte schon in der frühen Kindheit beginnen, denn gerade im Säuglings- und Kleinkindalter ist die Haut besonders empfindlich.

Wer bei seinem Nachwuchs von Anfang an auf die richtige Hautpflege achtet, tut demnach nicht nur dem Kind etwas Gutes, sondern sorgt auch für die Hautgesundheit im späteren Leben vor. Dies fängt im Säuglingsalter mit der Versorgung von wunden Stellen an und geht über die Kontrolle von Muttermalen bis hin zum Sonnenschutz.

Besondere Merkmale von Kinderhaut

Am empfindlichsten ist die Haut bei Kindern unter einem Jahr, sie ist wesentlich dünner und damit auch leichter reizbar als die Haut von älteren Kindern oder Erwachsenen. Ihre vollständige Schutzfunktion baut sich erst auf und sie hat eine fettärmere Hautoberfläche.

Im Säuglingsalter kann es besonders im Windelbereich zu wunden Stellen kommen, andererseits kann die Babyhaut etwa durch zu langes Baden auch austrocknen. In diesem Fall können medizinische Ölbäder trockener Haut entgegenwirken, im Allgemeinen sollte jedoch eher auf Badezusätze bei den Kleinsten verzichtet oder wenn, seifenfreie Produkte verwendet werden. Auch tägliches Baden ist nicht notwendig, wenn das Kind trotzdem vor allem im Gesicht, an den Händen und im Windelbereich gewaschen wird.

Zur Pflege gibt es bereits eine breite Palette an speziellen Produkten für Babys und Kleinkinder, die von Babypuder über Körperlotion bis hin zu besonders milden Shampoos reicht. Eltern sollten bei der Auswahl auf die Inhaltsstoffe achten und können sich dabei von Arzt oder Apotheker beraten lassen. Auch bei geröteter, entzündeter oder juckender Haut sollte ein Kinderarzt hinzugezogen werden, der das passende Pflegemittel empfehlen kann.

Was ist bei Muttermalen zu beachten?

Mit Muttermalen werden gutartige Fehlbildungen der pigmentbildenden Zellen bezeichnet. Sie bilden zu viele Pigmente an einer Hautstelle und es entstehen kleine hell- bis dunkelbraune oder manchmal auch schwarze bzw. rote Flecken. Leberflecke und Muttermale werden oft gleichgesetzt, wobei das Muttermal eher als Überbegriff für verschiedene Arten von Pigmentstörungen verwendet wird, während mit Leberflecken meist nur braune Male gemeint sind.

Muttermale können bereits von Geburt vorhanden sein, viele kommen aber auch in der Kindheit oder sogar erst im Erwachsenenalter hinzu. Manche Menschen haben nur sehr wenige Muttermale, andere sehr viele. Sie unterscheiden sich oft nicht nur farblich, sondern auch durch ihre Größe oder Beschaffenheit (erhaben oder flach, behaart).

Die meisten Muttermale sind gutartig, können sich aber mit fortschreitendem Alter und vor allem bei langfristiger starker Sonneneinstrahlung zu einem bösartigen Melanom (Hautkrebs) verändern. Vorsorge und regelmäßige Kontrolle sind deshalb wichtig. Eltern können bei ihren Kindern auf mögliche Veränderungen achten, Hautärzte empfehlen dabei nach der ABCD-Regel vorzugehen, bei der vier Punkte wichtig sind: Asymmetrie, Begrenzung, Colorit und Durchmesser. Es gilt also zu beobachten, ob Muttermale gleichförmig wachsen, die Begrenzung klar ist, sich die Farbe verändert oder das Muttermal größer wird. Zusätzlich sollte auch auf die Erhabenheit geachtet werden.

Besonders wenn ein Kind viele Muttermale hat, sollten diese regelmäßig von einem Hautarzt kontrolliert werden. Juckt, blutet oder nässt ein Muttermal ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen. Bei Verdacht auf eine bösartige Veränderung kann dieser einzelne Muttermale auch entfernen.

Was ist ein Storchenbiss?

Ein anderes Hautmal, das Kinder schon bei ihrer Geburt haben, ist das Feuermal, das in der medizinischen Fachsprache auch Naevus flammeus und im Volksmund Storchenbiss genannt wird. Es handelt sich dabei um einen eher kleinen, deutlich begrenzten und leicht rosa bis rötlichen Fleck, der durch erweiterte Blutgefäße verursacht wird und meist am Nacken auftritt. Daher kommt auch die Namensgebung, denn es wirkt als wäre das Mal vom Storch verursacht, der das Kind gebracht hat. Der Fleck kann bei Aufregung vorübergehend stärker werden, also etwa wenn das Kind weint.

Seltener tritt das Mal auf der Stirn, Nasenwurzel oder am Augenlid auf, in wenigen Fällen auch an Armen oder Beinen. Laut dem Verband deutscher Kinder- und Jugendärzte ist ein Storchenbiss bei rund der Hälfte der Neugeborenen zu sehen, er verblasst mit zunehmendem Alter und verschwindet bis zum Ende des dritten Lebensjahres meist gänzlich. Nur selten bleibt das gutartige Mal ein Leben lang bestehen.

Wie schütze ich Kinderhaut vor schädlichen Umwelteinflüssen?

Kälte und starke Sonne können für die Kinderhaut unangenehme Folgen haben, wenn sie nicht ausreichend davor geschützt wird. Zeigt das Außenthermometer Minusgrade an, braucht die empfindliche Haut von Säuglingen und Kleinkindern besonderen Schutz. In diesem Fall ist die Verwendung von Fettcremen zu empfehlen um Feuchtigkeitsverlust in der kalten Winterluft vorzubeugen. Auf keinen Fall sollte dagegen Feuchtigkeitscreme zum Schutz der Haut eingesetzt werden, da der darin enthaltene Wasseranteil auf der Haut verdunsten und damit im schlimmsten Fall Erfrierungen zur Folge haben kann.

Sonnenschein tut zwar der Seele gut und fördert die Bildung von Vitamin D, das für den Knochenbau wichtig ist. Doch ein Zuviel an Sonne kann auch negative Kurz- und Langzeitfolgen haben. Gerade die Kinderhaut muss vor den UV-Strahlen der Sonne geschützt werden, die bei zu langer Einwirkung nicht nur wesentlich zur Hautalterung beitragen, sondern auch schmerzhaften Sonnenbrand oder Hauterkrankungen mit sich bringen können.

Laut österreichischer Krebshilfe konnte in Studien nachgewiesen werden, dass vor allem mehrmalige Sonnenschäden in der Kindheit das Entstehen für bösartige Veränderungen von Muttermalen begünstigen und damit das Risiko für Hautkrebs im Erwachsenenalter deutlich erhöhen. Nicht nur Kinder mit vielen Muttermalen, sondern alle Sprösslinge sollten deshalb vor Sonnenschäden geschützt werden.

    Da sich Kinder den Folgen von zu viel Sonne noch nicht bewusst sind, sollten Eltern auf ihren Schutz achten und zugleich als Vorbild mit gutem Beispiel vorangehen. Einige allgemeine Regeln gilt es dabei zu beachten:
  • Keine direkte Sonne für Kinder unter einem Jahr, auch Kleinkinder im Schatten lassen
  • Auf ausreichend Sonnenschutz achten: Kopfbedeckung, Kleidung, Sonnenbrillen
  • Immer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und hohem UVA- und UVB-Schutz nach australischem Standard auftragen
  • Sonnencreme min. 30 Minuten vor dem Gang ins Freie auftragen
  • Am besten wasser-, abrieb- und schwitzfeste Sonnencreme verwenden
  • Mittagssonne meiden
  • Kein Babyöl in der Sonne verwenden – macht Haut noch empfindlicher

Die Kopfbedeckung sollte gleichzeitig das Gesicht und den Nacken schützen, außerdem müssen auch die Hände, der Nacken und Ohren mit Sonnencreme eingeschmiert werden. Bleibt das Kind länger im Wasser, ist es ratsam danach selbst wasserfesten Schutz nochmals aufzutragen. Nicht zu vergessen ist, dass Wasser und auch Schnee die Sonnenstrahlen reflektieren und das Sonnenbrandrisiko erhöhen. Kinder sollten aber nicht nur bei Ausflügen an den Strand oder Badeteich, sondern auch bei anderen Unternehmungen im Freien ausreichend geschützt werden.

Passiert es doch einmal, dass ein Kleinkind einen Sonnenbrand hat, so muss in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, da besonders schwere bzw. großflächige Hautschäden im jungen Alter Lebensgefahr bedeuten können.

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