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Erhöhter Nährstoffbedarf im Kleinkindalter

Spielen, Toben, Lernen, Schlafen und alles gleich noch mal von vorne: in den ersten Lebensjahren wachsen Kinder nicht nur in einem atemberaubenden Tempo, sie durchlaufen auch viele Entwicklungsschritte auf geistiger und körperlicher Ebene. Das ist nicht nur für den Nachwuchs eine Herausforderung, sondern auch für das kindliche Immunsystem. Eltern können jedoch einiges tun, um ihr Kind in dieser Lebensphase zu unterstützen: die richtige Ernährung spielt dabei eine große Rolle.

Optimal versorgt

Wenn Kinder dem Säuglingsalter entwachsen sind und nur mehr gelegentlich gestillt oder mit Säuglingsanfangsnahrung gefüttert werden, beginnt die nächste spannende Etappe. Nach einigen Monaten Beikost oder Finger Food (Baby Led Weaning) essen die Kleinsten am Familientisch mit. Die Portionen sind natürlich noch nicht so üppig, das Interesse an den Lebensmitteln der Erwachsenen ist üblicherweise jedoch groß. Kleine Kinder besitzen eine natürliche Neugier und Offenheit. Sie lieben es mit Form, Farbe und Konsistenz zu experimentieren. Und häufig sind sie auch sehr experimentierfreudig in Punkto Geschmack. Wenn Kinder alt genug sind, um an der Familienkost teilzuhaben, ist das zumeist eine Entlastung für den Familienalltag. Mütter schätzen es, nicht mehr extra für das jüngste Familienmitglied kochen zu müssen, das erleichtert die Organisation in der Küche.

Eine aktuelle Studie zum Thema Kleinkindernährung zeigt allerdings, dass die Kleinsten nicht immer optimal mit Nährstoffen versorgt sind, wenn sie die Ernährungsgewohnheiten der Eltern annehmen. Das liegt weniger am Wissen der Eltern, sondern vielmehr an den speziellen Bedürfnissen von Kindern im Alter zwischen 12 Monaten und 3 Jahren. In dieser Zeit verdoppelt oder verdreifacht sich ihr Geburtsgewicht, motorische Fähigkeiten reifen ebenso heran wie soziale Kompetenzen. Im Kleinkindalter findet der Großteil der Sprachentwicklung statt, ebenso auf kognitiver Ebene sind enorme Entwicklungsschritte zu beobachten. Besonderes Augenmerk gilt auch dem Immunsystem. Während Säuglinge noch vom so genannten Nestschutz profitieren, muss die Immunabwehr im Kleinkindalter trainiert werden. Sobald der Nachwuchs im Kindergarten oder in der Krabbelgruppe ist, durchläuft das Immunsystem einen anstrengenden Prozess. Dann folgt oft ein Infekt auf den anderen. Verhindern können Eltern das nicht. Es wäre auch kontraproduktiv, denn mit jeder Erkrankung entwickelt das Kind neue, wichtige Antikörper. Der kindliche Organismus lernt von Infekt zu Infekt. Was Eltern jedoch tun können: für ausgewogene und vitaminreiche Kost sorgen. ExpertInnen zufolge sind Spurenelemente sowie Vitamin A, C und D optimale Helfer der Immunabwehr (nicht nur in der kalten Jahreszeit). Daher gilt es, jene Lebensmittel zu wählen, die besonders reich an eben diesen Vitaminen sind. Wir denken da beispielsweise an Karotten, Kohlgemüse, Paprika oder Brokkoli. Vitamin D kann bei Bedarf auch supplementiert werden, vor allem, wenn die Kinder tagsüber selten im Freien spielen. Da Kinder gerne Milch trinken, bietet sich mit Vitamin D angereicherte Kindermilch an - sie ist einfach in den täglichen Speiseplan zu integrieren, z.B. als Getränk oder eingerührt in einen Getreidebrei.

Eltern als Vorbild

Die Studie „WOW Facts-Umfrage rund um die Ernährung von Kleinkindern“ hat gezeigt, dass Eltern in der Regel sehr gut informiert sind. 70% wissen beispielsweise, dass kleine Kinder einen erhöhten Vitaminbedarf haben. Demnach gaben 43% der Befragten an, dass ihr Kind mehrmals täglich Obst bekommt. Allerdings konsumiert nur jedes vierte Kind Milchprodukte und nur jedes fünfte Kind mehrmals täglich Gemüse. Diesbezüglich gibt es also Nachholbedarf. Wie der optimale Speiseplan aussehen könnte, erklärt Prof. Dr. Petra Rust, Ernährungswissenschafterin vom Department für Ernährungswissenschaften an der Universität Wien: „Bedarfsgerechte Ernährung besteht aus einer abwechslungsreichen Auswahl an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide sowie Fisch, magerem Fleisch und Milchprodukten. Dies ist nicht nur hinsichtlich einer optimalen Nährstoffversorgung wichtig, sondern auch um neue Geschmacksrichtungen und Texturen kennen zu lernen.“ Eltern haben bei der Ernährung eine große Vorbildwirkung und dessen sollten sie sich auch bewusst sein. Kinder lernen, indem sie imitieren. Wird in der Familie genussvoll und vielfältig gegessen, wirkt sich das positiv auf das Ernährungsverhalten der Kinder aus.

Tipps für Gemüseverweigerer

Betroffene Eltern werden wissend mit dem Kopf nicken. Ausgesprochene Gemüseverweigerer gibt es häufig, fast jedes Kind durchläuft mindestens einmal im Leben eine Zeit, in der es nur ein bestimmtes Lebensmittel zu sich nimmt (Stichwort: Nudelphase). Es gibt dennoch ein paar Möglichkeiten, die Kleinsten liebevoll auszutricksen:

  • Wenn Kinder bereits beim Kochen eingebunden werden, sitzen sie oft voller Stolz am Familientisch und essen kräftig mit.
  • Gemeinsam schmeckt es besser – vielleicht akzeptiert der Nachwuchs Obst und Gemüse eher von einem Spielkameraden oder den Geschwistern als von den Eltern?
  • Gemüse kann man ganz einfach im Essen „verstecken“: Gemüse kleinschneiden und zu Laibchen, Aufläufen oder Sugo verarbeiten.
  • In Kombination mit spannenden Lebensmitteln, wie beispielsweise Backerbsen oder Buchstabennudeln, schmeckt auch die Gemüsesuppe.
  • Gemüse (oder Obst) immer wieder anbieten. Kinder benötigen oft mehrere Versuche, bis sie auf den Geschmack kommen.
  • Selber anpflanzen und ernten macht Spaß! Ein Mini-Garten am Balkon oder ein Gemüsebeet im Garten eignet sich besonders und vor allem für Gemüseverweigerer. Die reifen, süßen Tomaten wandern dann beim Pflücken fast wie von selbst in den Mund.

Hintergrundinformationen zur Studie
505 Netto-Interviews, Respondentinnen sind Personen in Österreich, zwischen 20 und 39 Jahren alt, wohnen in Österreich und haben zumindest ein Kind im Alter von 0 bis 3 Jahren. Umfrage durchgeführt von marketagent.com und von MILUPA finanziert.

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