Donnerstag, 27. September 2007 um 17:08
Vor allem im Frühjahr und im Herbst besucht uns die graue sechsbeinige Kopflaus, welche höchstens drei mm groß wird, und sich mit Vorliebe in den Haaren von vielen Kindern aufhält. Sie macht aber auch vor Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern nicht Halt. Hierbei ist schnelles Handeln angesagt, bevor sich die Parasiten ins unendliche vermehren können.
Wie kommt es zur Kopflaus?

Die Kopflaus ist ein menschlicher Parasit und kann nur auf dem Kopf überleben, da sie sich ausschließlich von menschlichem Blut ernährt und die dünne Kopfhaut eine ergiebige Quelle darstellt. In allen Bereichen des Lebens können Kopfläuse auftreten, denn sie verbreiten sich durch direkten Personenkontakt und werden von Kopf zu Kopf übertragen. Auch die gemeinsame Benutzung von Haarbürsten, Kissen oder Kopfbekleidung kann ein Auslöser von Läusebefall sein.
Das allgemein bekannte Klischee, dass Kopfläusebefall eine Frage von Hygiene ist, hat sich weit verbreitet, wobei dieses aber widerrufen werden kann, da sich selbst auf dem saubersten Kopf Läuse niederlassen. Nicht nur auf den Köpfen, sondern auch auf Sofas, Kissen, Decken, Kuscheltieren und anderen Textilgegenständen macht es sich die Laus bequem und kann bei Zimmertemperatur bis zu drei Tage abseits des Kopfes überleben.
Wie erkennt man Läuse?
Ein oft häufig vorkommendes erstes Anzeichen für einen Läusebefall ist der auftretende Juckreiz, welcher durch den Biss in die Kopfhaut entsteht, ähnlich wie bei einem Mückenstich. Am Hals, an den Seitenstellen des Kopfes oder am Nacken werden Läuse gefunden, auch die Stelle hinter den Ohren gilt es nach den Parasiten und nach Nissen abzusuchen und zu überprüfen.
Der Lebenszyklus der Kopflaus
Kopfläuse leben etwa einen Monat lang und produzieren während ihres Lebens rund 100 Eier. Sie vermehren sich, indem sie sich oft paaren und die Larven oder Nissen zwischen den Kopfhaaren platzieren. Aus jeder Nisse, die ca. 0.8 mm groß ist, entwickelt sich schließlich eine Kopflaus:
- Acht Tage nach dem Legen schlüpft aus der Larve eine Laus, auch Nymphe genannt, welche sofort mit dem Blutsaugen beginnt.
- In den nächsten Tagen häutet sich die Nisse mehrmals und nimmt an Größe zu.
- Nach der letzten Häutung, ungefähr zehn Tage nach dem Schlüpfen, ist die Kopflaus zugleich geschlechtsreif, wobei die weibliche Laus beginnt selbst Eier zu legen
Soforthilfe bei Kopfläusen
Fünf wichtige Schritte zur schnellen Behandlung von Kopfläusen und Nissen:
- Befallene Personen mit Anti-Läusemittel behandeln und mit einem Spezialkamm die Nissen auskämmen.
- Bei Läusebefall so schnell wie möglich alle Kontaktpersonen informieren.
- Alle Familienmitglieder auf Nissen und Läuse kontrollieren und gegebenenfalls auch gleich mitbehandeln.
- Textilien und Einrichtungsgegenstände mit einem Spray gegen Läuse einsprühen.
- Regelmäßige Kontrolle der Kopfhaut auch nachdem die Läuse und Nissen verschwunden sind.
Natürliche Mittel gegen Läuse
Auf der Suche nach unchemischen und verträglicheren Möglichkeiten haben wir folgendes gefunden:
- Einige Tropfen frisches Teebaumöl in die Handflächen einreiben und durch die Haare streichen.
- Eine kleine Sprühflasche zur Hälfte mit Vodka füllen und den Rest mit destilliertem Wasser und fünf Tropfen frischem Teebaumöl vermischen, anschließend schütteln und das Bett, den Kopfpolster, die Kleidung, Sofas und Haare besprühen. Bei der Anwendung sollten die Augen abgedeckt werden.
- Einen Fingerhut Olivenöl mit zwei Tropfen Teebaumöl vermischen und mehrmals täglich einen Tupf hinter die Ohren und in den Nacken geben.
- Haushaltsessig im Verhältnis eins zu vier mischen und mehrmals täglich die Haare damit spülen.
- Zum Haare waschen drei Tropfen Teebaumöl in das Shampoo mischen und mit Essigmischung (siehe oben) spülen. Danach mit dem Nissenkamm, unter bester Beleuchtung, die Larven auskämmen.
- Die Haare mit einer Pflegespülung eincremen, mit dem Nissenkamm die Larven auskämmen und auf ein Papiertuch streichen. In der cremigen Konsistenz sind sie in ihrer Bewegung eingeschränkt und können daher leichter gefangen werden. Danach die Haarwäsche wie gewohnt fortsetzen.
- Bitterholz (schafft für Läuse eine unwirtliches bitteres Umfeld) mit kochendem Wasser verdünnen. Nach einer Ruhezeit von einem Tag kann die Lösung angewendet werden. Vor der Behandlung noch einmal kurz aufkochen lassen und nach Abkühlung das Wasser auf das gesamte Kopfhaar auftragen. Nach der Anwendung dass Haar am besten lufttrocknen lassen, die Behandlung selbst sollte mehrmals durchgeführt werden.
- Ätherische Öle wie beispielsweise Mischungen mit Citronelle, Geranie, Eukalyptus, Lavendel oder Rosmarin sind für ihre Wirkung gegen Läuse bekannt.
- Haare abschneiden oder den Kopf kahl abscheren, denn ohne Haare haben Kopfläuse keine Chance zum überleben.
Bei Schwangerschaft und vor der Behandlung von Babies und Kleinkindern sollte zusätzlich der Arzt befragt werden.
