Dienstag, 08. Mai 2007 um 12:35
Eine aktuelle Studie, die diese Woche von Sozialminister Erwin Buchinger präsentiert wurde, legt dar, dass 420.000 ÖsterreicherInnen in Armut leben. Rund eine Million Menschen, darunter ein überdurchschnittlich hoher Anteil an AlleinerzieherInnen, Familien mit mehr als zwei Kindern, AusländerInnen und Personen, deren Eltern bereits in prekären finanziellen Verhältnissen leben mussten, sind akut armutsgefährdet.

Die Zahlen zeigen auf, dass ungefähr 12 Prozent (ca. eine Million ÖsterreicherInnen) pro Monat weniger als 900 Euro zur Verfügung haben. Fünf Prozent (420.000 ÖsterreicherInnen) leben in so genannter "manifester Armut" und können sich wegen ihres geringen Einkommens grundlegende Dinge, wie Heizkosten, neue Kleidung, jährlichen Urlaub oder eine geregelte Gesundheitsversorgung nicht leisten.
Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren sind nach den Ergebnissen der Studie, die von der Statistik Austria durchgeführt wurde, besonders betroffen. Über ein Viertel der jungen Menschen ist potenziell armutsgefährdet. Hier entscheiden der Zugang und die Anzahl von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen die zukünftige Situation dieser Menschen. Das Armut vererbbar und vor allem auch ein Produkt sozialer Herkunft ist, beweist die Studie erneut. Demnach werden aus armen Kindern häufig auch arme Erwachsene. Ein möglicher Grund: Nur fünf Prozent der Kinder, deren Eltern Pflichtschulabsolventen waren, erreichen einen Universitätsabschluss. In "AkademikerInnen-Haushalten" sind es 46 Prozent.
