Dienstag, 07. August 2007 um 13:47
Aufgrund des anwachsenden Widerstandes der Bevölkerung Chinas gegen die Werbe- und Propagandaslogans für die Ein-Kind-Politik in ihrem Land möchte die Regierung in Peking einen milderen Dialog in der Vermittlung dieser Inhalte finden. Slogans wie "Ein Baby mehr bedeutet ein Grab mehr" sollen in Zukunft durch weit sensiblere Varianten wie "Mutter Erde ist zu müde, um noch mehr Kinder zu ernähren" ersetzt werden.

China erlebte seit 1949 eine Bevölkerungsexplosion, die um Hungersnöte und wirtschaftliche Stagnation zu vermeiden, 1979 die Einführung der Ein-Kind-Politik notwendig machte. Eheleuten war es nur noch erlaubt ein Kind zu bekommen. Während im urbanen Bereich das Programm weitgehend durchgesetzt werden konnte, gab es im ländlichen Bereich für Bauern die Möglichkeit ein zweites Kind zu bekommen wenn das Erstgeborene ein Mädchen war. Im ländlichen Bereich kommt es nach wie vor zu geschlechtsspezifischen Abtreibungen und DemografInnen warnen bereits vor den Gefahren des zunehmenden Männerüberschusses in der Gesellschaft.

In den Jahren 1994 bis 2004 konnte durch die Ein-Kind-Politk die Zahl der Geburten um 300 Millionen verringert werden. Dennoch sieht sich China mit beinahe 1,321 Mrd. Einwohnern (20,1% der Weltbevölkerung) massiven gesellschaftlichen Problemen gegenüber.
Neben der Werbung für Abtreibungen in der chinesischen Plakatlandschaft werden Eltern, die mehr als ein Kind wollen von der chinesischen Bevölkerungs- und Familienplanungskommission über mögliche Geldbußen in Kenntnis gesetzt. Schon 2004 wurden jedoch Regelungen gelockert und so dürfen beispielsweise in Shanghai geschiedene und wiederverheiratete Partner Nachwuchs bekommen, auch wenn bereits ein Kind aus einer früheren Partnerschaft vorhanden ist.
