(Kommentare: 0)

Tanzen - ganzheitliche Förderung für Kinder

Kinderfüsschen

Dass Kinder einen hohen Bewegungsdrang haben und sich gerne zu Musik bewegen, erkennen Eltern nicht erst bei Festen und Konzerten, zu denen sie die jungen Menschen mitnehmen. Schon die ganz Kleinen, kaum stehen sie auf ihren Beinchen, wippen im Windelpack zum Rhythmus von Musik und erfreuen sich daran.

Lange bevor Kinder Sprechen lernen, kommunizieren sie über ihren Körper mir der Umwelt. Aus diesem und anderen Gründen weisen fast alle Kinder einen ausgeprägten Bewegungsdrang auf. Darüber hinaus besitzen Kleinkinder eine hohe angeborene Kreativität. Beides wird allerdings mit dem Heranwachsen und dem Anpassen an gesellschaftliche Normen mitunter – spätestens mit der Einschulung – eingeschränkt. Eine optimale Möglichkeit diese Fähigkeiten zu bewahren ist Sport, Bewegung im Alltag oder aber auch vor allem das Tanzen.

Tanzen als ganzheitliche Förderung

Tanzen hat eine Reihe von positiven Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung. Diese sind sowohl physischer als auch psychischer Art.

Physisch stärkt Tanzen den ganzen Bewegungsapparat und fördert die Kondition und den Kraft- und Muskelaufbau. Koordination und Reaktion sowie das eigene Körpergefühl verbessern sich und Bewegungen werden durch ein sich entwickelndes Körperbewusstsein sicherer und gezielter umgesetzt.

Da im Tanz Gefühle ausgedrückt werden und die rhythmische Bewegung zu Musik, Klängen, Rhythmus und Kinderreimen die Vorstellungs- und Gestaltungsfähigkeit fördert, kann diese Art der Freizeitgestaltung einen wesentlichen Grundbaustein in der psychischen Persönlichkeitsentwicklung von Kindern darstellen. Eintauchen in andere Rollen und gemeinsames, ineinandergreifendes Handeln im Tanz stärken die soziale Kompetenz und den Selbstwert der Kinder.

    Darüber hinaus schult Tanzen insbesondere die folgenden Fähigkeiten:
  • Beweglichkeit
  • Ausdauer
  • Kraft
  • Rhythmusgefühl und Musikalität
  • Konzentrations- und Merkfähigkeit
  • Gruppendynamik
  • Körpergefühl
  • Sinneswahrnehmung
  • Lernfähigkeit
  • Geschicklichkeit

Nicht zuletzt beugt Tanzen Haltungsschwächen, Wirbelsäulenverkrümmungen und X-Beinen vor oder lindert diese.

Kindgerecht Tanzen

Tanzkurse für Kinder sollten speziell auf die kindlichen Bedürfnisse zugeschnitten sein. Für das Erlernen eines freien und freudigen Umgangs mit Tanz eignen sich vor allem Tanzgruppen und Tanzkurse, in denen lockere Bewegung und nicht verkrampftes Figurenerlernen unterrichtet wird. Idealerweise sollte ein spielerischer Zugang zur jeweiligen Tanztechnik sowie viel Freiraum sich selbst einzubringen angeboten werden.

Obwohl Kinder in dieser Hinsicht oft unterschätzt werden, können sie Unterrichtsvorgaben bereits ab drei oder vier Jahren aufnehmen und sich Bewegungs- und Schrittfolgen merken. Ebenfalls lassen sich ab diesem Alter bereits kleine Gruppenaufgaben („Choreographien“) erlernen, wenngleich dies nicht im Vordergrund stehen sollte.

Eine wichtige Voraussetzung für den Spaß an der körperlichen Bewegung, ist das motorische Können des Kindes. Ein spezialisierter Kurs bzw. Tanz sollte nur dann besucht werden, wenn das Kind bereits über die körperlichen und geistigen Fähigkeiten verfügt diesen zu erlernen. Greifen Eltern den tatsächlichen Fähigkeiten voraus, riskieren sie womöglich eine negative Einstellung des Kindes gegenüber Bewegung und dem Selbstwert in der Gruppe.

Die Wahl der richtigen Tanzart

Mädchen wirft Haare

Jedes Kind ist individuell. Nicht jeder Tanzkurs ist deshalb für jedes Kind der richtige. Lehnen Kinder oder Jugendliche Tanzen ab, liegt das oft weniger an einer Abneigung gegen das Tanzen an sich als vielmehr an Vorbehalten gegenüber der jeweiligen Tanzform. Vielleicht kann das Kind mit klassischer Musik nichts anfangen und möchte lieber zu Hip-Hop Klängen tanzen. Womöglich stören die relativ starren Bewegungsabläufe im klassischen Ballett seinen individuellen Freiheitsdrang. Viele Kinder und Eltern kennen allerdings nur klassisches Ballett und schränken damit die Wahlmöglichkeiten stark ein. Daher sind im Folgenden einige Tanzformen kurz vorgestellt.

Kindertanz

Kreativer Kindertanz oder Kindertanz ist bereits für sehr kleine Kinder geeignet und macht bis ins Grundschulalter hinein Spaß. Im Vordergrund stehen die Entwicklung von Kreativität und Rhythmusgefühl sowie die Sensibilisierung der Sinne. Tänzerische Bewegungsformen werden hier spielerisch eingeübt. Kinder erhalten dabei viel Freiraum, ihre eigene Bewegungsfreude und Kreativität einzubringen. Oft wird mit Materialien wie Tüchern oder aber mit Instrumenten gearbeitet.

Klassisches Ballett

Viele Eltern sehen ihre Töchter – und diese sich nicht selten selbst – als Ballerina. Rollendarstellungen von tanzenden Barbie-Puppen und Prinzessinnen fördern diese Vorstellung und lösen oft kleinere und größere Familiendramen aus. Ballett bietet in der Tat viele Vorteile. Es wird eine relativ anspruchsvolle Körpertechnik erlernt was insbesondere Koordination und Konzentration schult. Darüber hinaus stellt klassisches Ballett eine optimale Grundlage für das Erlernen anderer Tanzarten dar.

Allerdings ist Ballett nicht für alle Kinder geeignet. In einer klassischen Ballettstunde steht nicht das Einüben von Choreografien im Mittelpunkt sondern das Trainieren grundlegender Positionen und Bewegungen an der Ballettstange. Dadurch läuft jede Ballettstunde in etwa gleich ab. Kinder die vielerlei Anregungen von außen schätzen, werden daher bald gelangweilt sein. Außerdem liegt der Schwerpunkt stärker auf formalisierten Bewegungen als auf der individuellen Körperlichkeit. Besitzen Kinder einen ausgeprägten Freiheitsdrang, können sie sich davon stark eingeengt fühlen.

Klassisches Ballett ist relativ anspruchsvoll und sollte daher frühestens ab einem Alter von etwa fünf bis sechs Jahren in Erwägung gezogen werden. Allerdings bieten Ballettschulen auch Kurse für Kinder ab dem dritten Lebensjahr an. Hierbei handelt es sich zumeist um eine Vorstufe des klassischen Balletts, die auch Pré-Ballett genannt wird. Dabei werden stark vereinfachte Ballett- Figuren und -Bewegungen im Ballerina-Kostüm erlernt.

Zeitgenössische Tanzstile

Als Gegenbewegung zum klassischen Ballett ist im 20. Jahrhundert eine Reihe von Tanzstilen entstanden, die als zeitgenössische Tanzarten zusammengefasst werden. Darunter zeichnet sich insbesondere der Modern Dance durch relativ freie Bewegungsformen aus. Im Mittelpunkt steht der individuelle Ausdruck von Gefühlen zu – klassischer oder moderner – Musik. Auch der Jazz-Tanz ist weniger förmlich als das klassische Ballett. Betont wird hier insbesondere die Bewegung der Hüfte. Jazz wird meist zu moderner Chart-Musik getanzt.

Beim Musical-Tanz werden zeitgenössische Tanzformen – in der Regel Jazz-Tanz – mit Gesang kombiniert. Das Singen zur Bewegung erleichtert das Erlernen des Rhythmusgefühls und so ist Musical-Tanz insbesondere für Kinder geeignet die sich beispielsweise beim Merken von Schrittfolgen schwer tun. Durch die Gleichzeitigkeit von Singen und Tanzen wird das Koordinieren verschiedenen Tätigkeiten geübt.

Mit dem Jazz-Tanz ist auch der Hip Hop-Tanz verwandt. Dieser hat seine Wurzeln in US-amerikanischen Ghettos. Hip Hop ist weniger als das klassische Ballett mit speziellen Körpermaßen verbunden und erleichtert damit insbesondere übergewichtigen Kindern den Einstieg in die Bewegung. Dies wird unterstützt durch die typische Hip Hop-Mode, die sich durch weit geschnittene Kleidungsstücke auszeichnet. Für Kinder kann es mit heranwachsendem Alter spannend und „cool“ sein die athletischere und anspruchsvollere Tanzform des Breakdance zu erlernen.

Akrobatik

Tänzerische Akrobatik kombiniert Tanz mit Elementen aus dem Turnen wie beispielsweise Radschlagen. Sie fördert insbesondere Körperspannung und Gleichgewicht sowie - da viele Übungen mit Partnern oder in der Gruppe durchgeführt werden - die soziale Kompetenz. Tänzerische Akrobatik ist für Kinder ab vier Jahren geeignet.

Eine Paartanzform, die viele akrobatische Elemente beinhaltet ist Rock ’n’ Roll. Dieser Tanzstil beruht auf einem relativ schnellen und koordinativ anspruchsvollen Grundschritt. Rock ’n’ Roll wird daher insbesondere Kindern mit starkem Bewegungsdrang und schon guten koordinativen Fähigkeiten Spaß machen.

In der Praxis ist der Inhalt einer Tanzstunde immer stark vom individuellen Lehrer abhängig. So werden mit dem Begriff Modern Dance oft ganz verschiedene Tanzformen bezeichnet. Nicht selten bieten Tanzstudios auch Mischformen aus verschiedenen Tanzstilen an. Es empfiehlt sich daher vor der Entscheidung für einen bestimmten Kurs eine ‚Schnupperstunde‘ in Anspruch zu nehmen. Dabei können Kinder und Eltern im Unterricht zusehen oder – noch besser – probehalber mitmachen.

www.tanzsportverband.at - Webseite des österreichischen Tanzsportverbandes
www.performingcenter.at - Kurse und Lehrgänge zur beruflichen Tanzausbildung

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Werbefläche

a da sdasd asd asdasd

asdasd asdas

dasd asdasd