In einer Tageszeitung erschien kürzlich der Bericht über eine Studie der Harvard-Universität, wonach das Stricken gestressten Menschen zur Ruhe verhilft. Das rhythmische Klappern der Nadeln wirkt sich wie Meditation oder Yoga auf die Körperaktivitäten aus und senkt sogar den Blutdruck. So gesehen hatte meine Großmutter schon vor 80 Jahren alternative Heilmethoden zur Hand, die sie mir genetisch vererbt hat.
Monatelang verfolgte mich mein mir noch immer standhaft zur Seite stehender Göttergatte mit dezenten Sidekicks wie zum Beispiel: "Ich möchte nächste Woche den Keller aufräumen!". Ich bringe es gleich auf den Punkt. Genau genommen erwartet er von mir, dass ich mich seiner "ach, so sinnbringenden Tätigkeit" freudestrahlend anschließe. Nun, ich habe es noch nie geschafft, ihn mit "Ja Schatz, ich freu mich so, mit dir den Keller leerzukehren!" zu beglücken.
In unserem kleinen Biedermeierstädtchen können schon die eigenartigsten Dinge passieren. Schildbürgerei nicht ausgeschlossen.
Gestern trafen mein nicht immer ganz göttlicher Göttergatte und ich zwei Freundinnen, um ein wenig den Fasching wahrzunehmen.
Ergeben hatte sich daraus eine spannende Diskussion über die seelischen Tief- und Querlagen und deren mystische Aufträge für das Hier und Jetzt. Tatsächlich humanphilosophierten wir - oder Ã?â??hnliches - von 14 h Nachmittag bis 24 h Mitternacht. Nun ja, begleitet wurde das angeregte Geplaudere von köstlichen "Weintropfen", die möglicherweise vor Rührung der Verführung des Gaumens ab und zu ein Tränchen fließen ließen. Dazwischen labten wir uns an Grana, Oliven, Weißbrot und anderen guten italienischen Kleinigkeiten, was uns um 23.55 h eine satte Rechnung von 210,- Euro für vier Personen bescherte. Nun ja, es ist ja nicht täglich Faschingsdienstag, sagten wir uns und bestellten uns noch ein "Fluchtachterl", wie es in unseren Breitengraden heißt.
Die ersten 17 Jahre meines Lebens fristete ich in den Wäldern dieses verwunschenen Urwaldes mein Dasein. Auch heute wird mein Herz noch weit, wenn ich in diese Landschaft eintauche. Doch die Entwicklung des Menschen vom Höhlenbenutzer zum englischen Klosettbesitzer dürfte aufgrund der geografischen Lage nur holprig vonstatten gehen. Auch Biologielehrer dürften das Sexualleben des Schmetterlings als ausreichendes Bildungsniveau für ihre Schüler empfinden. Wie sonst könnte es sein, dass das Rallyeorganisationsteam die weibliche Pinkelpause ignoriert?
Eine meiner Freundinnen aus der Anderswelt versorgt mich hin und wieder mit heißen Tipps aus der
Szene. Letzten Samstag war es folgender: Es gibt kaffeebohnensaftgetränkte Strumpfhosen, die nach 30 Tagen
tragen, bitte schon hin und wieder wechseln und auswaschen, die nicht so zarten Gazellenbeine angeblich schrumpfen lassen. Nicht dass ich das Gefühl hätte, meine Beinchen wären etwas zu pummelig... ich habe es aus rein wissenschaftlichen (!) Gründen sehr interessant gefunden und bemühte mich daher, mehr Informationen aus meiner Freundin zu locken.
Viele Paare begehen die Pfade der Familienplanung heutzutage deutlich später als viele der Generationen davor. Es ist ein gesellschaftlicher Status Quo geworden, dass vor allem unter jungen Menschen beide Partner mehr Zeit in die Ausbildung und Selbstverwirklichung investieren möchten und Kinder erst für einen späteren Lebensabschnitt eingeplant werden.